wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
Bitte benutzen Sie zum Drucken dieser Seite die Druckfunktion Ihres Browsers!
Suche

Arbeitsrecht | 07.02.2019

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Rückwirkende Krankschreibung – Nur im Ausnahmefall

Arbeitnehmer müssen krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit auch bei Bezug von Krankengeld nachweisen

Fachbeitrag von Rechtsanwalt Thilo Seelbach, LL.M.

Krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit müssen Arbeitnehmer nach spätestens drei Tagen durch ärztliches Attest nachweisen. Ärzte dürfen die Arbeitsunfähigkeit in der Regel erst ab dem Behandlungstag – nicht aber für zurückliegende Zeiträume – bescheinigen. Auch bei längeren Krankheiten dürfen Arbeitnehmer nicht vergessen, ihre Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen regelmäßig und lückenlos aufzufrischen.

Nach § 5 Absatz 3 Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie soll grundsätzlich kein ärztliches Arbeitsunfähigkeitsattest für die Zeit vor der ersten ärztlichen Behandlung ausgestellt werden. Anderes soll „nur ausnahmsweise und nur nach gewissenhafter Prüfung und in der Regel nur bis zu zwei Tagen zulässig“ sein.

§ 5 Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie

Damit ist der Rahmen, innerhalb dessen Ärzte Arbeitsunfähigkeit attestieren dürfen, abgesteckt. Daran sollten Arbeitnehmer, die wegen Krankheit der Arbeit fern bleiben, denken, und sich rechtzeitig um einen Arztbesuch kümmern. Andernfalls besteht die Gefahr, dass ihr Fernbleiben als arbeitsrechtliche Pflichtverletzung ausgelegt wird. Konsequenzen können bis zur Abmahnung, Kündigung oder Gehaltseinbußen (kein Lohn ohne Arbeit) reichen.

Rückwirkendes Attest nur im Ausnahmefall

Wie das Gesetz schon sagt, gibt es Ausnahmen von der Regel. In einem besonders gravierenden Fall konnte sich ein Arbeitnehmer vor dem Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz durchsetzen, das mit Urteil vom 13.01.2015 (Az. 8 Sa 373/14) die im Mai 2014 erfolgte rückwirkende Krankschreibung ab Januar desselben Jahres ausnahmsweise zum Nachweis der behaupteten durchgehenden Krankheit für ausreichend erachtete.

Urteil des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz (Az. 8 Sa 373/14)

Der Arbeitnehmer hatte nach Ablauf von sechs Wochen, in denen er arbeitsunfähig krank geschrieben war, Krankengeld erhalten. In dieser Zeit legte er kein ärztliches Attest mehr vor. Erst nachdem sein Arbeitgeber ein solches verlangte, ließ er sich seine Arbeitsunfähigkeit rückwirkend von seinem Arzt bescheinigen. Diese rückwirkende Bescheinigung hielt der Arbeitgeber für nicht ausreichend zum Nachweis der krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit.

Ärztliches Attest für Bezug von Entgeltfortzahlung und Krankengeld erforderlich

Das Landesarbeitsgericht folgte dem nicht und schloss sich der Argumentation des Arbeitnehmers an. Es konstatierte zwar zunächst, dass „die ärztlich festgestellte Arbeitsunfähigkeit gleichermaßen Voraussetzung für den Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall wie für den Anspruch auf Krankengeld ist“.

Arbeitnehmer konnte durchgehende Behandlung nachweisen

Jedoch sei ausnahmsweise die durchgehende krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit trotz erst nachträglicher Ausstellung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nachgewiesen. Was den erkrankten Arbeitnehmer rettete, war, dass er nachweisen konnte, dass er seit Januar durchgängig bei dem Arzt in Behandlung war, der ihm im Mai das rückwirkende Attest ausstellte. Außerdem hatte der Arzt regelmäßig Auszahlungsscheine für das Krankengeld ausgestellt.

Arbeitnehmern ist rechtzeitiger Arztbesuch zu empfehlen

Das Urteil des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz zeigt zweierlei: Der Nachweis einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit kann zwar auch ohne rechtzeitig ausgestelltes Attest gelingen – allerdings nur im Ausnahmefall. In dem zu entscheidenden Fall war die Krankheit tatsächlich lückenlos ärztlich dokumentiert. Darauf sollte es aber kein Arbeitnehmer ankommen lassen, sondern immer für die rechtzeitige Attestierung seiner Leiden sorgen.

Ein Fachbeitrag von [Anbieter­kenn­zeichnung]

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 4.3 (max. 5)  -  3 Abstimmungsergebnisse Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0
Nehmen Sie direkt Kontakt zu Rechtsanwalt Thilo Seelbach, LL.M. auf ...
Bild von Rechtsanwalt Thilo Seelbach, LL.M.
       Sie sind Anwalt?! Werden Sie ein Teil vom Deutschen Anwaltsregister (DAWR) und stellen Sie sich und Ihre Kanzlei ausführlich vor!Profitieren Sie von der großen Reichweite des DAWR und seiner Partnerportale.Klicken Sie hier und nutzen Sie jetzt Ihre Gelegenheit
auf mehr Mandate aus dem Internet!
Teuer eingetragen in ein Branchenbuch, das keiner kennt? Wir helfen Ihnen!Anzeige

#1287

Anwalt gesucht?
Anwalt gefunden!
Sie haben ein rechtliches Problem? Eine individuelle Rechtsfrage? Streit mit dem Nachbarn, Chef oder Ämtern?Gehen Sie auf Nummer sicher und holen Sie sich den fachkundigen Rat eines Rechtsanwalts.Hier im Deutschen Anwaltsregister finden Sie immer den passenden Rechtsanwalt in Ihrer Nähe.Nutzen Síe Ihr Recht!
Rechtsanwalt Frank Vormbaum

Fahrverbot

Fahrverbot vermeiden: Spielen Sie auf Zeit

RechtsanwaltFrank Vormbaum

[18.04.2019]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternIn unserer heutigen Ausgabe möchte ich davon berichten, welche Möglichkeiten Sie bezüglich eines drohenden Fahrverbots haben, wenn es eigentlich keine Möglichkeit mehr gibt.

Rechtsanwalt Philipp Neumann

Abgas­skandal

Daimler AG: 60.000 Mercedes GLK CDI 220 der Abgasklasse Euro 5 manipuliert?

RechtsanwaltPhilipp Neumann

[17.04.2019]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternDie Daimler AG steht unter Verdacht, die Software von 60.000 Mercedes GLK CDI 220 der Abgasklasse Euro 5 manipuliert zu haben.

Rechtsanwalt Dr. Peter Meides

SOKA-Bau

Maler­arbeiten und Hausmeister­tätigkeiten: Kann die SOKA-Bau dafür Beiträge verlangen?

RechtsanwaltDr. Peter Meides

[16.04.2019]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternWenn die Sozialkasse klagt, sind die Arbeits­zeiten entscheidend.

Rechtsanwalt Gerald Freund

Auslands­vermögen

Spaniens Steuer­erklärung zum Auslands­vermögen Modelo 720 - Sitzen Sie auch auf einer Zeitbombe?

RechtsanwaltGerald Freund

[15.04.2019]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternDas Modelo 720, die 'Declaración sobre bienes y derechos situados en el extranjero', ist eine der umstrittensten steuerlichen Verpflichtungen, die in Spanien residente Personen zu erfüllen haben.

Rechtsanwalt Robert Binder

Branchen­buch­abzocke

firmensuche24.net: Firmensuche24 stellt Rechnung für Standard Plus Eintrag

RechtsanwaltRobert Binder

[12.04.2019]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternDie Firmensuche24 stellt wegen eines Standard Plus Eintrags Rechnungen, die mit Gesamtkosten von 984,00 Euro netto verbunden sind.

Rechtsanwalt Guido Lenné

Abgas­skandal

Viereinhalb Jahre Diesel­skandal im Hause VW und kein Ende in Sicht

RechtsanwaltGuido Lenné

[11.04.2019]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternVor etwa viereinhalb Jahren wurde bekannt, dass der von VW entwickelte Motor „EA189“, der in zahlreichen Fahrzeugen von VW – aber auch bei Audi, Skoda und Seat – verbaut wurde, eine illegale Abschalt­einrichtung enthält.

Rechtsanwalt Frank Vormbaum

Berufs­unfähigkeit durch Unfall

Die Besonderheiten bei Eintritt der Berufs­unfähigkeit durch einen Unfall

RechtsanwaltFrank Vormbaum

[10.04.2019]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternIn unserem heutigen Rechtstipp informiere ich Sie über die Besonderheiten bei Eintritt der Berufs­unfähigkeit durch einen Unfall und die Durch­setzung Ihrer Ansprüche aus einer privaten Berufs­unfähigkeits­versicherung.

Rechtsanwalt Hermann Kaufmann

Aufklärungsp­flicht

Anlage­beratung: Abgelehnte Prospekt­lektüre entbindet Anlage­berater nicht von Aufklärungsp­flicht

RechtsanwaltHermann Kaufmann

[09.04.2019]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternWährend den Gesprächen über die Anlage mit dem Berater erhalten die meisten Kunden der Banken und Sparkassen die Wertpapier- bzw. Produkt­prospekte. Diese enthalten allen wesentlichen Informationen über das Anlage­produkt, das gekauft werden soll. Dieses Prospekt wird jedoch von den meisten Kunden als reiner Papierkram verstanden und ist ihnen daneben auch zu umfangreich und unverständlich.

URL dieses Artikels: https://www.dawr/d1287
 für RechtsanwälteEin Kanzleiprofil beim DAWR kann auch Ihnen helfen!