wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
Suche
Anwalt gesucht?
Anwalt gefunden!
Sie haben ein rechtliches Problem? Eine individuelle Rechtsfrage? Streit mit dem Nachbarn, Chef oder Ämtern?Gehen Sie auf Nummer sicher und holen Sie sich den fachkundigen Rat eines Rechtsanwalts.Hier im Deutschen Anwaltsregister finden Sie immer den passenden Rechtsanwalt in Ihrer Nähe.Nutzen Síe Ihr Recht!

EU-Recht, Reiserecht und Verbraucherrecht | 23.05.2018

Änderungen des Reiserechts

EU-Pauschal­reise­richtlinie: Was sich beim neuen Reiserecht ab dem 1. Juli 2018 ändert

Urlauber bekommt mehr Insolvenz­schutz und Informationen

Ab 1. Juli gilt in Deutschland ein neues Pauschal­reiserecht. Damit sollen Online-Buchungen besser abgesichert werden. Der Urlauber bekommt mehr Insolvenz­schutz und Informationen. Und die Veranstalter weiten ihren „Vollkasko-Schutz“ aus - freiwillig und kostenlos.

Werbung

Flug­verbindung heraussuchen, ein Hotel wählen und vielleicht noch einen Mietwagen dazu buchen: Viele Urlauber stellen sich ihre Reise heute mit wenigen Klicks im Internet zusammen. Damit sie künftig weit­reichender geschützt sind, gilt ab dem 1. Juli ein neues Reiserecht in Deutschland. Es handelt sich um die Umsetzung der EU-Pauschal­reise­richtlinie. Ihr ursprünglicher Zweck: Online-Buchungen auf Portalen besser absichern. Die Reform hat jedoch unvorhergesehene Folgen - auch für Reisebüros.

Unterscheidung zwischen Pauschalreise, verbundenen Reiseleistungen und Individualreisen

Bisher hatte der Urlauber die Wahl zwischen einer Pauschal­reise und einer Individual­reise aus einzelnen Leistungen wie Flug, Hotel und Mietwagen. Das Pauschal­paket ist gut abgesichert: Der Urlauber bekommt bei Insolvenz des Ver­anstalters sein Geld zurück, kann bei Mängeln den Reisepreis mindern und Schaden­ersatz verlangen. Wer dagegen alles einzeln bucht, hat dieses Recht nicht - dann gilt allgemeines Vertrags­recht, etwa Beherbergungs­recht bei Hotels und Miet­vertrags­recht bei Ferien­wohnungen.

Künftig gibt es eine dritte Kategorie: die verbundene Reise­leistung. Diese Rechtsform entsteht, wenn ein Vermittler - entweder Reisebüro oder Portal - dem Urlauber mindestens zwei Leistungen für dieselbe Reise binnen eines Tages verkauft und dabei verschiedene Rechnungen etwa der Airline und des Hotels entstehen. Die einzelne Leistung muss mindestens 25 Prozent des Gesamt­preises ausmachen. In diesem Fall muss der Vermittler für alle kassierten Kunden­gelder eine eigene Insolvenz­absicherung vorlegen, wie der Reiserechts­experte Prof. Ernst Führich aus Kempten erklärt. Geht also etwa ein Portal Pleite, bekommt der Urlauber das angezahlte Geld zurück.

Neue Informationspflichten für Vermittler

Doch das ist nicht alles: Welche Art von Reise der Urlauber bucht, darüber muss der Vermittler künftig mit einem Formblatt explizit informieren. Tut er das nicht, wird er automatisch zum Reise­veranstalter, erklärt Oliver Buttler von der Verbraucher­zentrale Baden-Württemberg. Es gilt dann Pauschal­reiserecht. Der Urlauber kann vom Portal zum Beispiel nachträglich einen Teil des Reise­preises zurück­fordern, wenn im Urlaub Mängel aufgetreten sind.

Die Informations­pflicht hat folgenden Sinn: Der Urlauber soll bei der Buchung einer Reise aus verschiedenen Bausteinen einzelner Anbieter nicht irrtümlich glauben, er kaufe eine Pauschal­reise. Dabei hat der Gesetzgeber vor allem an Online-Buchungen gedacht, bei denen oft mit wenigen Klicks die Flüge und das Hotel gebucht werden.

Werbung

Beispiel:

Der Urlauber bucht auf der Ryanair-Webseite einen Flug und binnen 24 Stunden noch ein Hotel, das die Airline ihm vorgeschlagen hat. Die Fluggesellschaft muss nun laut Führich in jedem Fall eine Insolvenz­absicherung mit einem gesetzlichen Muster­formblatt und einem Sicherungs­schein nachweisen. Zudem darf sie das Geld für beide Leistungen nicht in einem Zahlungs­schritt kassieren - sonst wird sie zum Veranstalter. Gleiches gilt, wenn sie den Kunden nicht eindeutig per Formblatt informiert, dass sie eine verbundene Reise­leistung verkauft - und eben keine Pauschal­reise.

Neureglung gilt auch für Reisebüros

Die Neuregelung zum Schutz des Verbrauchers gilt jedoch nicht allein für Online-Portale, sondern auch in den Reisebüros. Auch dort herrschte in den vergangenen Monaten große Unsicherheit. „Die Reise­vermittler haben Angst, zum Veranstalter zu werden, wenn sie das falsche Muster­formblatt verwenden“, berichtet der Reiserechts­experte Prof. Ernst Führich von seinen Erfahrungen in der Branche. Denn das Reisebüro muss künftig jede Einzel­leistung separat buchen und abrechnen - und das richtige Formblatt aushändigen. Was für die Reisebüros einer aufwendigen „Trippel­schritt-Methode“ gleich kommt, bietet dem Urlauber Vorteile: „Der Reisende muss besser informiert werden“, fasst Verbraucher­schützer Buttler zusammen.

Werbung

Einige Veranstalter bieten Einzelleistungen mit Pauschalreiseschutz an

Und das neue Reiserecht hat mit Blick auf die Veranstalter noch einen weiteren Vorteil, der anfangs so nicht absehbar war: In Reaktion auf die neue Rechtslage bietet etwa Tui künftig auch Einzel­leistungen mit Pauschal­reise­schutz an. Bucht der Kunde zum Beispiel nur das Hotel oder den Mietwagen bei dem Veranstalter, bekommt er trotzdem den „Vollkasko-Schutz“. Weil eine Pauschal­reise aus mindestens zwei Leistungen bestehen muss, hat Tui kurzerhand ein Service­paket eingeführt („TUI Plus Paket“), das unter anderem eine Krisenfall­absicherung und 24-Stunden-Betreuung umfasst. Dieses Paket bekommt der Urlauber automatisch mit dazu, wenn er zum Beispiel ein Hotel bucht - und das kostenlos.

So macht es auch Schau­insland Reisen: Die Buchung von einzelnen Unter­künften wird nach Angaben des Ver­anstalters ab 1. Juli als Pauschal­reise behandelt. Und DER Touristik gewährt seinen Kunden bei Buchung einzelner Leistungen schon länger den Pauschal­reise­schutz. Ausgenommen seien lediglich vermittelte Einzel­flüge, die den Regelungen des internationalen Dach­verbandes der Fluggesellschaften IATA unterliegen. Auch Alltours erklärt, Einzel­leistungen bereits als Pauschal­reisen mit entsprechendem Schutz zu verkaufen.

„Das Pauschal­reiserecht wird hier künstlich über die AGB auf einzelne Leistungen übertragen“, sagt Prof. Ernst Führich. „Das ist ein großes Plus für den Urlauber.“ Anders als bei der Buchung über ein Hotelportal wie Booking oder HRS bekommt der Reisende also den vollen Schutz einer Pauschal­reise. „Es wurde lange befürchtet, dass die EU-Vorgabe den bestehenden Pauschal­reise­schutz aushöhlt. Nun wird er eher erweitert, und zwar durch die Veranstalter“, urteilt der Experte. In der Branche ist von einer „gewill­kürten Pauschal­reise“ die Rede.

Mehr Zeit für Mängelanzeigen

Das neue Reiserecht bringt noch weitere Neuerungen: Urlauber haben künftig mehr Zeit für die Mängela­nzeige beim Veranstalter, wenn zum Beispiel das Hotelzimmer verdreckt oder der Strand gesperrt war. Die Frist beträgt bislang einen Monat, für Buchungen ab 1. Juli werden es zwei Jahre sein - ein klarer Vorteil für den Reisenden.

Ferienwohnungen, Häuser und Tagesreisen sind nicht mehr Teil des Pauschalreiserechts

Es gibt jedoch auch Nachteile im Zuge der europa­weiten Angleichung des Pauschal­reiserechts. Künftig gilt dieses Recht nicht mehr für Ferien­wohnungen und Ferien­häuser von Reise­veranstaltern. Auch Tagesreisen bis 500 Euro sind nicht mehr abgedeckt. Bucht der Kunde künftig etwa ein Ferienhaus in Spanien bei einem deutschen Veranstalter, könnte spanisches Mietrecht gelten. Geld für Mängel zurückzubekommen, wird dadurch erschwert.

8 Prozent Preiserhöhung nach Buchung möglich

Zudem sind größere Preis­änderungen nach der Buchung möglich. Bislang kann ein Urlauber den Reise­vertrag kostenlos kündigen, wenn der Veranstalter den Preis nach Buchung um mindestens fünf Prozent erhöht. Künftig ist dies erst ab acht Prozent möglich. Auch darf der Preis bislang binnen vier Monaten vor Reisebeginn gar nicht erhöht werden. Dieser Schutz beginnt künftig erst 20 Tage vor Reisebeginn.

Quelle: dpa/DAWR/ab
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 5 (max. 5)  -  1 Abstimmungsergebnis Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0





       Sie sind Anwalt?! Werden Sie ein Teil vom Deutschen Anwaltsregister (DAWR) und stellen Sie sich und Ihre Kanzlei ausführlich vor!Profitieren Sie von der großen Reichweite des DAWR und seiner Partnerportale.Klicken Sie hier und nutzen Sie jetzt Ihre Gelegenheit
auf mehr Mandate aus dem Internet!

#5418

Rechtsanwalt Frank Vormbaum

Fahrverbot

Fahrverbot vermeiden: Spielen Sie auf Zeit

RechtsanwaltFrank Vormbaum

[18.04.2019]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternIn unserer heutigen Ausgabe möchte ich davon berichten, welche Möglichkeiten Sie bezüglich eines drohenden Fahrverbots haben, wenn es eigentlich keine Möglichkeit mehr gibt.

Rechtsanwalt Philipp Neumann

Abgas­skandal

Daimler AG: 60.000 Mercedes GLK CDI 220 der Abgasklasse Euro 5 manipuliert?

RechtsanwaltPhilipp Neumann

[17.04.2019]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternDie Daimler AG steht unter Verdacht, die Software von 60.000 Mercedes GLK CDI 220 der Abgasklasse Euro 5 manipuliert zu haben.

Rechtsanwalt Dr. Peter Meides

SOKA-Bau

Maler­arbeiten und Hausmeister­tätigkeiten: Kann die SOKA-Bau dafür Beiträge verlangen?

RechtsanwaltDr. Peter Meides

[16.04.2019]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternWenn die Sozialkasse klagt, sind die Arbeits­zeiten entscheidend.

Rechtsanwalt Gerald Freund

Auslands­vermögen

Spaniens Steuer­erklärung zum Auslands­vermögen Modelo 720 - Sitzen Sie auch auf einer Zeitbombe?

RechtsanwaltGerald Freund

[15.04.2019]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternDas Modelo 720, die 'Declaración sobre bienes y derechos situados en el extranjero', ist eine der umstrittensten steuerlichen Verpflichtungen, die in Spanien residente Personen zu erfüllen haben.

Rechtsanwalt Robert Binder

Branchen­buch­abzocke

firmensuche24.net: Firmensuche24 stellt Rechnung für Standard Plus Eintrag

RechtsanwaltRobert Binder

[12.04.2019]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternDie Firmensuche24 stellt wegen eines Standard Plus Eintrags Rechnungen, die mit Gesamtkosten von 984,00 Euro netto verbunden sind.

Rechtsanwalt Guido Lenné

Abgas­skandal

Viereinhalb Jahre Diesel­skandal im Hause VW und kein Ende in Sicht

RechtsanwaltGuido Lenné

[11.04.2019]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternVor etwa viereinhalb Jahren wurde bekannt, dass der von VW entwickelte Motor „EA189“, der in zahlreichen Fahrzeugen von VW – aber auch bei Audi, Skoda und Seat – verbaut wurde, eine illegale Abschalt­einrichtung enthält.

Rechtsanwalt Frank Vormbaum

Berufs­unfähigkeit durch Unfall

Die Besonderheiten bei Eintritt der Berufs­unfähigkeit durch einen Unfall

RechtsanwaltFrank Vormbaum

[10.04.2019]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternIn unserem heutigen Rechtstipp informiere ich Sie über die Besonderheiten bei Eintritt der Berufs­unfähigkeit durch einen Unfall und die Durch­setzung Ihrer Ansprüche aus einer privaten Berufs­unfähigkeits­versicherung.

Rechtsanwalt Hermann Kaufmann

Aufklärungsp­flicht

Anlage­beratung: Abgelehnte Prospekt­lektüre entbindet Anlage­berater nicht von Aufklärungsp­flicht

RechtsanwaltHermann Kaufmann

[09.04.2019]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternWährend den Gesprächen über die Anlage mit dem Berater erhalten die meisten Kunden der Banken und Sparkassen die Wertpapier- bzw. Produkt­prospekte. Diese enthalten allen wesentlichen Informationen über das Anlage­produkt, das gekauft werden soll. Dieses Prospekt wird jedoch von den meisten Kunden als reiner Papierkram verstanden und ist ihnen daneben auch zu umfangreich und unverständlich.

URL dieses Artikels: https://www.dawr/d5418
 für RechtsanwälteEin Kanzleiprofil beim DAWR kann auch Ihnen helfen!