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Grundrecht | 10.08.2016

Diskriminierung

Bewerbungs­gespräch: Wie wehrt man sich gegen eine Diskriminierung wegen des Alters, des Geschlechts, der Hautfarbe oder der Herkunft?

Benachteiligung wegen Hautfarbe oder Alter ist gesetzlich verboten

Eine Stelle wegen fehlender Qualifikation nicht zu bekommen, ist die eine Sache. Doch was, wenn der Grund für die Absage das Alter oder die Hautfarbe ist? Eine solche Diskriminierung ist gesetzlich verboten. So können sich Bewerber dagegen wehren.

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Bewerber können sich schriftlich beim Arbeitgeber beschweren

Fühlen sich abgelehnte Bewerber diskriminiert, müssen sie sich im ersten Schritt schriftlich beim Arbeitgeber beschweren. Darauf weist Hans-Georg Meier hin, Fachanwalt für Arbeits­recht in Berlin. Die zuständige Stelle ist in der Regel auf der Webseite der Firma aufgeführt - häufig ist es der Personal­leiter. Für die Beschwerde haben Bewerber zwei Monate Zeit. Gerechnet wird ab dem Zeitpunkt, ab dem sie von der Diskriminierung wissen. Im Schreiben müssen sie ihren Verdacht vortragen und können Forderungen stellen. Das kann eine Einladung zum Vorstellungs­gespräch sein, aber auch Schmerzens­geld und Schaden­ersatz. Wer diesen Weg gehen möchte, kann sich bei der Anti-Diskriminierungs-Stelle beraten lassen.

Bekommen Bewerber eine Stelle aufgrund ihres Alters nicht, ist das eine unzulässige Diskriminierung. Das Allgemeine Gleich­behandlungs­gesetz (AGG) verbietet weiter Benach­teiligungen wegen der Rasse, ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Welt­anschauung, einer Behinderung oder der sexuellen Identität.

Auch gibt es die Möglichkeit der Klageerhebung

Geht der Arbeitgeber auf die Forderungen nicht ein, gibt es als nächsten Schritt die Möglichkeit, vor Gericht zu klagen. Das muss innerhalb von drei Monaten ab der schriftlichen Geltend­machung passieren. Vor Gericht reicht es aus, Indizien für die Diskriminierung vortragen zu können. Ein Beispiel: Wurde ein älterer Bewerber abgelehnt, reicht es für den Verdacht aus, dass ein jüngerer Bewerber genommen wurde. Der Arbeitgeber muss dann darlegen, dass hier keine Diskriminierung vorliegt.

Schmerzensgeld als Entschädigung bei Diskriminierung

Bei Erfolg können diskriminierte Bewerber zum Beispiel bis zu drei Brutto­monats­gehältern als Schmerzens­geld erhalten. „Die Stelle wird man in der Regel nicht bekommen“, sagt Hans-Georg Meier hin, Fachanwalt für Arbeits­recht in Berlin. Sinnlos sei eine Beschwerde trotzdem nicht. Hat sich jemand wegen einer Diskriminierung beschwert, wird die Firma ihre Vorurteile in Zukunft vielleicht überdenken.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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