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Internetrecht und Strafrecht | 27.07.2016

Das Darknet

Was ist das „Darknet“ und wie kauft man im „Darknet“ ein?

Oberstaats­anwalt Matthias Huber beantwortet Fragen zum Waffenkauf im „Darknet“

Der Amokläufer von München kaufte seine Waffe ersten Ermittlungen zufolge im „Darknet“ - einem verborgenen Teil des Internets, den der normale Internet­nutzer noch nie betreten hat. Wie einfach ist es wirklich, im „Darknet“ einzukaufen? Fragen an einen Staats­anwalt.

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Drogen, Waffen, Kinder­pornografie - Kriminelle vertreiben diverse illegale Dinge im sogenannten Darknet. Oberstaats­anwalt Matthias Huber ist Experte für Internet­kriminalität und unter anderem Sprecher der „Zentral­stelle Cybercrime Bayern“. Er sagt: Am „Darknet“ teilzunehmen ist nicht besonders schwer.

Was ist das „Darknet“?

Oberstaats­anwalt Matthias Huber: Im normalen Internet werden Daten unverschlüsselt verschickt, normalerweise von meinem Rechner direkt zu dem Server der Seite, die ich aufrufen möchte. Im „Darknet“ erfolgt das Ganze verschlüsselt über ein weltweites Rechnernetz­werk, so dass eine Verfolgung der Anfrage nur sehr schwierig möglich ist.

Wie schwer ist es denn, ins „Darknet“ zu kommen und sich dort zu bewegen? Braucht man dazu spezielle technische Voraussetzungen?

Oberstaats­anwalt Matthias Huber: Es ist nicht übermäßig schwierig, am „Darknet“ teilzunehmen. Man braucht nur einen sogenannten Tor-Browser. Der ist vergleichbar mit dem Internet Explorer oder anderen Browsern. Über dieses Programm, das jeder kostenlos herunterladen kann, kann jeder am „Darknet“ teilnehmen.

Der Amokläufer von München hat seine Waffe offenbar im „Darknet“ erworben. Kann jeder das tun, der diese - ja recht geringen- technischen Voraussetzungen erfüllt?

Oberstaats­anwalt Matthias Huber: Es gibt im „Darknet“ eigene Seiten, Such­maschinen und „Market­places“, also Verkaufs­platt­formen, auf denen man Waren erwerben kann. Grund­sätzlich kann sich jeder bei so einem „Marketplace“ anmelden. Manchmal muss man eine Eintritts­gebühr zahlen, damit man an dem Handel teilnehmen kann. Dann kann dort tatsächlich jeder Waren erwerben. Dadurch, dass das Ganze anonym abläuft, besteht aber natürlich keine Sicherheit, dass ich die Ware dann auch bekomme. Diese Unsicherheit nimmt natürlich niemand in Kauf, der eine Ware auch legal erwerben könnte. Deshalb sind nahezu 100 Prozent aller Angebote im „Darknet“ illegal.

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Wenn man einen Kauf abgeschlossen hat - wie läuft dann die Bezahlung ab?

Oberstaats­anwalt Matthias Huber: Die Bezahlung läuft regelmäßig über Bitcoins (eine digitale Internet-Währung, die in echtes Geld umgetauscht werden kann - Anm.d. Red.). Dann überträgt man den Betrag in Bitcoins an den Verkäufer und kann dann hoffen, dass die Ware mich auch erreichen wird.

Aber eine so gekaufte Ware muss ja auch physisch zugestellt werden. Ist das dann ein Angriffspunkt, um solche illegalen Geschäfte aufspüren zu können?

Oberstaats­anwalt Matthias Huber: Ermittlungen im „Darknet“ sind natürlich naturgemäß schwierig, weil der ganze Daten­verkehr verschlüsselt funktioniert. Sie sind sehr personal­intensiv, aber es gibt immer wieder Möglichkeiten, den Internet­verkehr nach zu vollziehen. Der Versand der Waren kann dann auch ein Ansatzpunkt für die weiteren Ermittlungen sein.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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