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Familienrecht und Sozialrecht | 25.09.2015

Nahrungsmittelallergie

Anspruch auf Hilfe für Kindergartenkinder mit Allergien

Exklusive Kindergartenbetreuung möglich

Eine Allergie beeinträchtigt nicht nur das tägliche Leben. In schweren Fällen kann sie lebensbedrohlich sein. Unter Umständen gilt sie daher als Behinderung. Eltern kleiner Kinder können in solchen Fällen für den Kindergartenbesuch Hilfe beantragen.

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Schwere Nahrungsmittelallergie kann als Behinderung angesehen werden

Eine schwere Nahrungsmittelallergie kann als Behinderung gelten. Daher muss ein Sozialhilfeträger unter Umständen auch die Kosten für eine persönliche Assistenz eines Kleinkindes mit hochgradiger Lebensmittelallergie während des Besuchs einer Kindertagesstätte vorläufig übernehmen. Das geht aus einer Entscheidung des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen hervor (Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, Beschluss vom 27.08.2015, Az. L 8 SO 177/15 B ER).

Eltern beantragten erfolglos Kostenübernahme für persönliche Assistenz des Kindes

In dem verhandelten Fall hatte ein Vierjähriger eine Erdnussallergie mit einem hohen Risiko einer systemischen allergischen Reaktion bis hin zum lebensbedrohlichen Schock. In seinem Kindergarten konnte nicht sichergestellt werden, dass der Junge keine Erdnüsse oder erdnusshaltigen Lebensmittel zu sich nimmt. Deshalb wurde er zu Hause betreut. Die Eltern beantragten beim Sozialhilfeträger, die Kosten für eine persönliche Assistenz während des Kindergartenbesuchs zu übernehmen. Allerdings ohne Erfolg.

Richter sehen Nahrungsmittelallergie als Behinderung an

Die Richter verpflichteten den Träger allerdings, die Kosten vorläufig zu übernehmen. Die Nahrungsmittelallergie könne hier als Behinderung angesehen werden. Der Junge benötige im Kindergarten durchgängig die Begleitung, um zu verhindern, dass er mit Erdnüssen, Erdnussprodukten oder auch nur Spuren von erdnusshaltigen Lebensmitteln in Kontakt komme. Dies ermögliche nur eine persönliche Assistenz.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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