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Schadensersatzrecht | 04.03.2016

Flugzeug­absturz

Germanwings-Absturz: Anwalt bereitet millionen­schwere Zivilklage gegen US-Flugschule der Lufthansa vor

Bei dem absichtlich herbei­geführten Flugzeug­absturz starben 150 Menschen

Die millionen­schwere Zivilklage von Hinter­bliebenen des Germanwings-Absturzes wird sich gegen die Flugschule der Lufthansa in Arizona/USA richten. Das hat der Mönchengladbacher Rechtsanwalt Christof Wellens, der einen großen Teil der Betroffenen vertritt, mitgeteilt. Die US-Kanzlei, die mit der Klage beauftragt sei, werde diese voraussichtlich noch vor dem Jahrestag des Absturzes in diesem Monat bei einem Gericht in Phoenix, der Hauptstadt des US-Bundesstaats Arizona, einreichen.

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Kopilot hatte Ausbildung an der Flugschule wegen psychischer Probleme abgebrochen und trotzdem eine Fluglizenz bekommen

In Goodyear nahe Phoenix sitzt die Flugschule für die angehenden Lufthansa-Piloten. Dort sei auch Kopilot Andreas Lubitz ausgebildet worden, der den Ermittlern zufolge die Maschine absichtlich zum Absturz gebracht hat. „Lubitz hat seine Piloten­ausbildung 2009 wegen psychischer Probleme unter­brochen. Aus unserer Sicht hätte er danach keine Fluglizenz bekommen dürfen“, sagte Rechtsanwalt Wellens.

In den USA könnten pro Absturz­opfer bis zu fünf Millionen Dollar geltend gemacht werden

Die Ansprüche müssten aber individuell begründet und errechnet werden, sagte Rechtsanwalt Wellens. Es gehe um Schmerzens­geld, wirtschaftliche Verluste, Unterhalts­ansprüche, Kosten für die Reisen zu den Gräbern sowie die Kosten für die psychologische Betreuung. Eine Gesamthöhe der Ansprüche nannte Wellens nicht.

Die Anwälte der Angehörigen hatten der Lufthansa mehrfach mit einer Zivilklage in den USA gedroht, wo deutlich höhere Ansprüche geltend gemacht werden könnten. Über die juristische Konstruktion war aber bislang Still­schweigen bewahrt worden.

Bisherige Entschädigungs­angebote von Germanwings wurden von den Anwälten abgelehnt

Rechtsanwalt Wellens und der Berliner Rechtsanwalt Elmar Giemulla vertreten Angehörige von Opfern des Unglücks vom 24. März 2015. Entschädigungs­angebote des Germanwings-Mutterkonzerns Lufthansa hatten sie als zu niedrig abgelehnt. In den USA sei teilweise mit dem 20- oder 30-fachen Entschädigungs­betrag des deutschen Schaden­ersatz­rechts zu rechnen.

Für jedes Opfer war nach Angaben von Germanwings eine Sofort hilfe von 50 000 Euro gezahlt worden. Dazu sollen 25 000 Schmerzens­geld für jeden Toten gezahlt werden. Nächste Angehörige sollten ohne weitere Prüfung 10 000 Euro bekommen. Dies lehnten die Anwälte als zu niedrig ab.

Die Germanwings-Maschine war bei dem Flug 4U9525 von Barcelona nach Düsseldorf an einem Berg zerschellt. Die Ermittler halten es für erwiesen, dass der Kopilot das Flugzeug absichtlich auf Crashkurs steuerte. Alle 150 Menschen an Bord starben.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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