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Bankrecht, Kapitalanlagenrecht und Schadensersatzrecht | 05.07.2016

Insolvenz

Gläubiger­versammlung bei German Pellets: Anleger werden nur wenig Geld wiedersehen

Von der Insolvenz sind auch die beiden Werke in den USA betroffen

Die Gläubiger des insolventen Brennstoff­herstellers German Pellets (Wismar) werden nur wenig von ihrem Geld wiedersehen.

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Auf der ersten Gläubigerversammlung wurde der gemeinsame Vertreter der Schutzgemeinschaft Kapitalanleger gewählt

„Momentan sieht es nicht gut aus. Viel Geld ist in den USA gelandet“, sagte Insolvenz­verwalterin Bettina Schmudde von der Kanzlei White& Case am Dienstag nach der ersten Gläubiger­versammlung in Schwerin. Hauptzweck der nicht öffentlichen, vom Insolvenz­gericht einberufenen Versammlung war es, einen Gemeinsamen Vertreter der Anleger jener Anleihe zu wählen, die als erste im April fällig gewesen wäre. Nach Angaben des Sprechers der Insolvenz­verwaltung, Wolfgang Weber-Thedy, kam mit drei Viertel der Stimmen der Kölner Anwalt Daniel Vos zum Zuge.

Bis zum Freitag sind Gläubiger­versammlungen für die drei anderen Anlage­kategorien angesetzt. Statt der erwarteten 1000 waren kaum 50 Anleger oder Anwälte erschienen. Das Gericht hat die Kongress­halle für die vier Versammlungen gemietet.

Der Vertreter der Schutzgemeinschaft Kapitalanleger will Forderungen bei der Insolvenzverwalterin anmelden

Anwalt Vos vertritt die Schutz­gemein­schaft der Kapital­anleger und damit rund vier Millionen Euro Kapital, sagte Weber-Thedy. Das entspreche fünf Prozent des ursprünglichen Anleihe­wertes von 100 Millionen Euro. Anwalt Vos kündigte an, jetzt die gesamte Forderung bei der Insolvenz­verwalterin anzumelden. 100 Millionen Euro seien vermutlich nicht mehr am Markt, da German Pellets den Umtausch von Anteilen der zuerst fälligen Anlage in Anleihen später fälliger Anlagen angeboten habe. Anwalt Vos schätzte den Umfang auf noch 30 Millionen Euro.

Es ist kaum noch Kapital vorhanden

Den Bericht der Insolvenz­verwalterin vor den Gläubigern nannte er ernüchternd. Es sei in Relation zu den Außen­ständen kaum freie Masse vorhanden. Lediglich 4,4 Millionen seien übrig, wenn die Belastungen durch Drittrechte abgezogen seien. Insgesamt war der Wert der Anleihen in den vier Kategorien von der Insolvenz­verwalterin mit rund 280 Millionen Euro angegeben worden. Die Rede war von etwa 17 000 Anlegern. Die Höhe der Außen­stände wurde nicht genannt.

Gläubiger haben kaum noch Hoffnung ihr Geld wieder zusehen

Die Gläubiger oder deren Anwälte kamen unter anderem aus Berlin, Bonn oder Baden-Württemberg. „Wir haben ziemlich viel Geld angelegt“, sagte Andrew Murphy von der Nachhaltigen Vermögens­verwaltung Murphy und Spitz in Bonn. Er hoffe, wenigstens etwas davon wieder zusehen. „Fünf bis zehn Prozent vielleicht“, meint er. Auch andere äußern keine wirkliche Hoffnung darauf, ihr Geld zurückzubekommen.

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Drei deutsche Werke sind erfolgreich verwertet worden

Insolvenz­verwalterin Schmudde sagte, die Verwertung der Unternehmen sei bisher sehr erfolgreich gelaufen: „Drei deutsche Werke sind in neuen Händen und produzieren wieder.“ German Pellets hatte im Februar den Insolvenz­antrag gestellt, Anfang Mai wurde das Insolvenz­verfahren eröffnet. In Insolvenz­verfahren seien auch die beiden Pellet-Werke in den USA, sagte Schmudde. Die Idee von German Pellets, in den USA zu produzieren, wo die Produktions­kosten wegen günstiger Holzpreise nur 30 bis 50 Prozent der Kosten in Deutschland ausmachten, nannte sie gut. Jedoch habe es an Geld gefehlt. Auch die niedrigen Preise für Öl und Gas seien ein Faktor für die Insolvenz gewesen.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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