wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollstndig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
Suche
Anwalt gesucht?
Anwalt gefunden!
Sie haben ein rechtliches Problem? Eine individuelle Rechtsfrage? Streit mit dem Nachbarn, Chef oder Ämtern?Gehen Sie auf Nummer sicher und holen Sie sich den fachkundigen Rat eines Rechtsanwalts.Hier im Deutschen Anwaltsregister finden Sie immer den passenden Rechtsanwalt in Ihrer Nähe.Nutzen Síe Ihr Recht!

Insolvenzrecht | 12.05.2017

Insolvenz

Insolvenz von Locomore: Was Kunden, Anleger, Investoren von Locomore wissen müssen

Die Wieder­aufnahme des Zugbetriebs ist nur mit Hilfe eines neuen Investors möglich

Nach nur fünf Monaten steht der Fernzug-Konkurrent der Deutschen Bahn (DB) vor dem Aus: Das Unternehmen Locomore, das mit einem Zug von Stuttgart und Berlin und zurück pendelte, hat den Betrieb vorerst eingestellt. Nur ein neuer Investor könnte das Projekt mit frischem Geld retten.

Werbung

Wie ist Locomore entstanden und wer steckt dahinter?

Treibende Kraft des Projekts ist der Verwaltungs­wissenschaftler und Bahnexperte Derek Ladewig. Er gründete das Unternehmen Locomore Rail bereits 2007. Zusammen mit zwei Partner­firmen gelang es ihm 2012, den Hamburg-Köln-Express (HKX) auf die Schiene zu bringen. Per Investoren­suche im Internet (Crowd­funding) konnte Locomore rund 600.000 Euro einsammeln und so im Dezember 2016 die Verbindung Stuttgart-Berlin auf die Beine stellen.

Warum musste Locomore Insolvenz beantragen?

Die Kalkulation der Geschäfts­führung ging offenkundig nicht auf. „Sowohl die Anzahl der Fahrgäste als auch die Einnahmen pro Fahrgast sind zwar kontinuierlich angestiegen, aber nicht schnell genug, um vollständig kosten­deckend zu arbeiten“, teilte die Geschäfts­führung mit. „Unsere finanziellen Reserven sind nunmehr aufgebraucht, so dass wir uns zu diesem Schritt gezwungen sahen.“ Für nähere Erklärungen war bei Locomore zunächst niemand zu erreichen.

Was war kalkuliert, welche Probleme gab es?

Von Anfang an war klar, dass Locomore mit seinen 30 Mitarbeitern schnell die Schwelle zur Kosten­deckung erreichen musste. „Die Züge müssen mindestens halb voll sein“, hatte Locomore-Chef Ladewig als Ziel ausgegeben, das wären etwa 1000 verkaufte Tickets pro Tag gewesen. Die waren in der Regel günstiger als die der DB. Doch es gab technische Probleme mit den aufgemöbelten Wagen aus den 1970er Jahren, zum Beispiel defekte Toiletten und Mängel beim Internet-Zugang per WLAN. Locomore musste den Verkehr einschränken und fuhr von Ende Januar bis Anfang April statt täglich nur noch an vier Tagen in der Woche.

Werbung

Ist das Projekt endgültig gescheitert?

Das ist offen. Der vorerst letzte Zug fuhr am Freitag von Stuttgart nach Berlin. Locomore teilte mit, der Zugverkehr sei erst einmal bis einschließlich Montag (15. Mai) unter­brochen. Die Kanzlei des vorläufigen Insolvenz­verwalters Rolf Rattunde stellte klar, eine Wieder­aufnahme des Zugbetriebs sei nur mit Hilfe eines neuen Investors möglich. Das Unternehmen habe nur noch „ganz geringe liquide Mittel“, sagte der Rechtsanwalt und Mitarbeiter Rattundes, Danny Koch, der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe intensive Verhandlungen mit „mehreren Interessenten“.

Was ist mit dem Geld der Investoren?

Das muss der Insolvenz­verwalter im Einzelnen noch prüfen. Ein Teil der 600.000 Euro, die gesammelt worden waren, seien wohl als nachrangige Darlehen gegeben worden, andere Geldgeber seien als stille Teilhaber eingestiegen, sagte Rechtsanwalt und Mitarbeiter Rattundes, Danny Koch. Bahn­experten gehen davon aus, dass das Geld höchstens zum kleinen Teil zurück bezahlt werden wird.

Was passiert mit gebuchten Fahrten?

Locomore hat seine Tickets übers Internet, am Telefon, in einigen Reisebüros sowie direkt im Zug verkauft. Sollte Locomore den Neustart nicht schaffen, können bereits erworbene Fahrscheine nicht mehr benutzt werden. Sie gingen dann als Gläubiger­forderungen ins Insolvenz­verfahren. Nur bei ausreichender Insolvenz­masse gäbe es später etwas an die Kunden zurück.

Werbung

Warum ist die Deutsche Bahn im Fernverkehr fast Monopolist?

Anders als im Regional­verkehr, der von Bundes­ländern oder Verkehrs­verbünden bestellt wird, betreibt die bundes­eigene Deutsche Bahn den Fernverkehr in Eigenregie. ICE und IC fahren auf einem großen Netz mit regel­mäßigen Takten und vielen Umsteige­stationen. Wettbewerber haben es schwer, dem etwas entgegen zu setzen. Sie müssen immer klein anfangen, die Anfangs­investitionen in einen Wagenpark sind enorm. Deshalb gab es bisher nur einzelne Strecken. Der

Interconnex von Leipzig nach Warnemünde wurde Ende 2014 nach zweieinhalb Jahren wieder eingestellt. Sollte Locomore scheitern, bleibt nur noch der HKX von Hamburg nach Köln.

Wie reagiert die Deutsche Bahn auf den Insolvenzantrag?

„Die Deutsche Bahn bedauert diese Entwicklung“, sagte ein Sprecher. Wettbewerb auch im Fernverkehr sei generell zu befürworten. Ein vielfältiges Angebot führe „zu mehr Qualität für den Kunden“. Auch ein Konkurrenz­zug wie der von Locomore mache „mehr Menschen auf die Vorzüge des Bahnfahrens aufmerksam“.

Was meint die Politik?

Das Verkehrs­ministerium in Baden-Württemberg sieht grundsätzliche Hindernisse für Konkurrenten: „Bedauerlicherweise ist es dem Bund seit der Bahnreform nicht gelungen, die Rahmen­bedingungen im Schienen­fern­verkehr so zu gestalten, dass Wettbewerb entstehen kann.“ Das Bundes­verkehrs­ministerium wollte sich nicht zu einem einzelnen Unternehmen äußern. Ein Sprecher äußerte sich allgemein: „Wir sind bemüht, den Wettbewerb auf der Schiene zu ermöglichen und zu fördern.“ Er verwies darauf, dass der Anteil von Konkurrenten der Deutschen Bahn im Nahverkehr gewachsen sei.

Quelle: dpa/DAWR/ab
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 5 (max. 5)  -  1 Abstimmungsergebnis Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0





       Sie sind Anwalt?! Werden Sie ein Teil vom Deutschen Anwaltsregister (DAWR) und stellen Sie sich und Ihre Kanzlei ausführlich vor!Profitieren Sie von der großen Reichweite des DAWR und seiner Partnerportale.Klicken Sie hier und nutzen Sie jetzt Ihre Gelegenheit
auf mehr Mandate aus dem Internet!

#4107

URL dieses Artikels: https://www.dawr/d4107
 für RechtsanwälteEin Kanzleiprofil beim DAWR kann auch Ihnen helfen!