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Strafrecht | 18.07.2022

Brand­stiftung

Kegel­brüder wieder zu Hause - Mallorca-Alptraum aber nicht vorbei

Es droht mehrjährige Haftstrafe wegen Brand­stiftung

Die Kegel­brüder aus dem Münsterl­and sind nach zwei­monatiger U-Haft auf Mallorca wieder zu Hause. Sie hüllen sich alle in Schweigen - und das wird aufgrund der noch laufenden Ermittlungen wegen mutmaßlicher Brand­stiftung wohl vorerst auch so bleiben. Wie geht es nun weiter?

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Die acht Deutschen, die auf Mallorca der Brand­stiftung verdächtigt werden und in Untersuchungs­haft saßen, sind nach knapp zwei Monaten wieder zu Hause im Münsterl­and. Nach ihrer Freilassung hatten sich die Hobbykegler wenige Stunden im evangelischen Gemeinde­haus in Palma ausgeruht, bevor sie am Samstag noch vor Sonnen­aufgang zum Flughafen fuhren. Auf Mallorca und auch zu Hause hüllten sie sich bisher in Schweigen. Und das wird auch in absehbarer Zukunft wohl so bleiben. Der wohl wichtigste Grund: Die Ermittlungen gegen die acht und gegen vier weitere Freunde, die schon im Juni ebenfalls auf Kaution in Höhe von jeweils 12 000 Euro auf freien Fuß gesetzt worden waren, laufen auf Mallorca weiter.

Schädlicher Medienrummel soll vermieden werden

Die deutsche Öffentlichkeit wird warten müssen, um aus dem Mund der Verdächtigen zu hören, was sie erlebt haben. Wie aus einem Kurztrip der Mitglieder des Kegelclubs „Stramm am Tisch“ auf die Urlaubs­insel eine Odyssee wurde. Man will vorsichtig sein und jeden möglicher­weise schädlichen Medien­rummel vermeiden. Wie hatte sich Anwältin Maria Barbancho Saborit kurz vor Freilassung ihrer Mandanten ausgedrückt? Die Jungs, fast alle unter 30, würden sich erstmal „tot stellen“.

Ermittlungen laufen weiter

Aber was wird in den kommenden Wochen passieren? Der als sehr streng geltende Ermittlungs­richter Antoni Rotger, wird bald die Unter­suchungen fortsetzen. Der erfahrene Jurist, der viele Fälle gegen (auch ausländische) Prominente und korrupte Politiker mit harter Hand leitete, hatte sich einer Freilassung auf Kaution der acht in U-Haft verbliebenen Deutschen mehrfach widersetzt.

Es war ein für die Hobbykegler glücklicher Umstand, dass er im Urlaub weilte, als die Verteidigung neue mutmaßlich entlastende Beweis­mittel vorlegte und erneut die Freilassung auf Kaution beantragte. Eine als Ersatz einge­sprungene Richterin gewährte sie.

Geschickter Schachzug der Verteidigung

Glücklicher Zufall? Die „Mallorca Zeitung“, die sich auf der Insel sehr gut auskennt, glaubt nicht daran und spricht von einem „geschickten Schachzug der Verteidiger“ um die erst kürzlich als Verstärkung verpflichtete 31-jährige Barbancho Saborit, die während des Studiums drei Jahre in Heidelberg war und Deutsch spricht.

Aber einige Beobachter und Medien äußerten auf der Insel bereits die Vermutung, der Schuss könne letzten Endes auch nach hinten losgehen. Richter Rotger könne sich nämlich nun überrumpelt fühlen und bei der Ent­scheidung, ob ein Prozess gegen die Deutschen eingeleitet werden soll oder nicht, noch weniger wohlwollend handeln als üblich.

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Anklage wegen Brandstiftung am Ballermann

Den Deutschen wird vorgeworfen, am 20. Mai kurz nach ihrer Ankunft auf der Insel einen Brand in der Nähe des Ballermanns an der Playa de Palma ausgelöst zu haben. Sie sollen vom Balkon ihrer Hotel-Zimmer brennende Kippen und Alkohol auf das Schilfdach der Terrasse einer darunterliegenden Gaststätte geworfen haben. Das Dach fing Feuer. Zwei Gaststätten, eine Wohnung und Teile des Restaurants wurden beschädigt. Mehrere Menschen erlitten leichte Verletzungen.

Die Touristen bestreiten, das Feuer gelegt zu haben. Die Gruppe bestand ursprünglich aus 13 Urlaubern. Einer von ihnen war bereits am Tag nach dem Brand ohne Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden. Er hatte nachweisen können, dass er bei Ausbruch des Feuers unter der Dusche war. Vier weitere Verdächtige hatten das Gefängnis nach rund zweieinhalb Wochen auf Kaution verlassen dürfen.

Kegelbrüder im Malle-Knast: Foto eines rauchenden Unbekannten sorgte für die Wende

Um die einge­sprungene Richterin zu überzeugen, hatte die Verteidigung als entlastendes Beweis­mittel ein Foto vorgelegt, auf dem ein rauchender Unbekannter auf dem Balkon des Nachbar­zimmers der Gruppe zu sehen ist, der als Täter ebenfalls in Frage käme. Das Foto habe mit dazu beigetragen, dass die Staats­anwaltschaft sich erstmals auch für die Freilassung der Kegel­brüder ausgesprochen habe, sagte Anwältin Barbancho Saborit. Aber können das Foto und andere laut Verteidigung entlastende Beweis­mittel auch den Richter überzeugen? Immerhin hatten Augenzeugen die Deutschen belastet.

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Kegelbrüdern droht mehrjährige Haftstrafe

Vorerst herrscht in Münster noch große Freude. Sowohl vor dem Gefängnis als auch bei der Ankunft am Flughafen Münster/Osnabrück wurden die Kegler von Angehörigen und Bekannten glücklich in Empfang genommen. Wenn sie aber angeklagt und der fahr­lässigen Brand­stiftung für schuldig befunden werden, können die Männer zu Haftstrafen zwischen einem und drei Jahren verurteilt werden, wie Anwälte erklärten. Bei vorsätzlicher Brand­stiftung sei Freiheits­entzug von bis zu sechs Jahren vorgesehen. Bei Vorsatz und der Gefährdung von Menschen­leben könne das Urteil auch deutlich schärfer ausfallen.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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