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Schadensersatzrecht und Vertriebsrecht | 29.09.2015

Buchclub-Schließung

Kein Schadenersatz für Vertriebspartner des Bertelsmann-Buchclubs

Kündigung der Verträge für Vertriebspartner

(Landgericht Düsseldorf, Urteil vom 29.09.2015, Az. 35 O 71/14)

Der Medienkonzern Bertelsmann wickelt derzeit seine Keimzelle ab: den Buchclub. Langjährige Vertriebspartner wollen sich damit nicht abfinden - oder zumindest abgefunden werden. Vor Gericht errangen sie einen Teilerfolg.

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Teilerfolg vor Gericht für langjährige Vertriebspartner

Im Streit um die Schließung des Bertelsmann-Buchclubs haben langjährige Vertriebspartner vor Gericht einen Teilerfolg errungen. Die Kündigung ihrer Verträge durch den Gütersloher Konzern sei unwirksam, urteilte das Düsseldorfer Landgericht). Beim erhofften Schadenersatz in Millionenhöhe gingen die Kläger aber leer aus.

Das Gericht sah keine Pflicht aufseiten von Bertelsmann, das Buchclub-Geschäft mit stationären Filialen weiterzuführen. Entsprechend sei aus der Schließung der Filialen kein Anspruch auf Schadenersatz entstanden.

Bertelsmann will das seit Jahren rote Zahlen schreibende Buchclub-Geschäft Ende 2015 nach mehr als sechs Jahrzehnten aufgeben. Der Konzern sieht keine Zukunftsperspektive.

Vertriebspartner hatten Clubmitglieder geworben und die Mitgliedschaften an Bertelsmann verpachtet

Der Streit dreht sich um eine besondere Konstruktion des Clubs: Die Vertriebspartner hatten Clubmitglieder auf eigene Rechnung geworben und dem Bertelsmann Buchclub die Mitgliedschaften verpachtet. In diesen 1986 geschlossenen Pachtverträgen ist keine Kündigung vorgesehen.

Damit wäre die Laufzeit der Verträge zwar nicht ewig, aber ihre Kündigung frühestens nach 30 Jahren möglich, also 2016. Die Kläger führen allerdings an, 1996 einen neuen Pachtvertrag geschlossen zu haben, somit würde Bertelsmann noch elf Jahre in der Pflicht stehen. Diese Frage klammerte das Gericht in seiner Entscheidung aus.

Klage durch Gericht überwiegend abgewiesen

Der Schließungsprozess laufe weiter, sagte ein Sprecher des Buchclubs nach der Entscheidung. Das Gericht habe die Klage überwiegend abgewiesen. Tatsächlich müssen die Kläger 54 Prozent der Kosten des Verfahrens tragen, wie das Gericht entschied. Gegen das Urteil kann Berufung beim Oberlandesgericht eingelegt werden.

Der Bertelsmann Buchclub hatte als Traditionsunternehmen und Keimzelle des milliarden schweren Medienkonzerns einst Millionen Deutsche mit Lesestoff versorgt - etwa mit Werken von Johannes Mario Simmel bis Heinrich Böll.

Seine beste Zeit hatte der Club Anfang der 1990er Jahre: Damals gab es allein in Deutschland sieben Millionen Buchclub-Mitglieder. Doch schon wenige Jahre später begann der Niedergang mit dem Internet-Zeitalter. Das Buchclub-Modell funktionierte plötzlich nicht mehr. Zuletzt hielten dem Club nur noch etwa 600 000 Mitglieder dieTreue.

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Bertelsmann schließt Buch-Club-Geschäft zum Ende dieses Jahres

Bertelsmann will deshalb Ende dieses Jahres das Buchclub-Geschäft einstellen. Der Konzern hatte den Vertriebspartnern dazu bereits im Juni vergangenen Jahres gekündigt.

Die Schließung des Buchclubs ist für Bertelsmann das Ende einer Ära. Der verstorbene Bertelsmann-Patriarch Reinhard Mohn hatte den„Bertelsmann Lesering“ 1950 gegründet. Die Kunden bezogen Bücher praktisch im Abonnement und bekamen dafür günstigere Preise. Der Club erwirtschaftete das Geld für die Entwicklung des Familienunternehmens zum milliardenschweren Medienkonzern.

Siehe:

Quelle: dpa/DAWR/ab

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