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Strafrecht | 18.09.2015

Prozess wegen Kindesmisshandlung

Kind mit verseuchtem Wasser gespritzt: Junge Mutter wegen Kindesmisshandlung angeklagt

Mutter soll ihr dreijähriges Kind mit Bakterien vergiftet haben

Ein Dreijähriger liegt mit großen Schmerzen im Krankenhaus, die Ärzte rätseln, woran er leidet. Die Mutter kümmert sich scheinbar liebevoll um ihren Sohn, doch in Wirklichkeit soll sie ihn mit Bakterien vergiftet haben.

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Prozess wegen Kindesmisshandlung

Vor dem Hamburger Landgericht beginnt ein Prozess gegen eine 30 Jahre alte Mutter, die ihr Kind über Monate mit verseuchten Injektionen misshandelt haben soll. Laut Anklage soll sie ihrem dreijährigen Sohn mit Bakterien verunreinigtes Wasser direkt unter die Haut oder in die Blutbahn gespritzt haben, um ihn so krank zu machen, dass er ärztlich behandelt werden musste.

Kind musste mehrfach im Krabnkenhaus behandelt werden

Der Junge sei im Jahr 2013 mehrfach im Krankenhaus gewesen und medikamentös behandelt worden. Er litt unter starken Bauchschmerzen, Fieberschüben, Blutdruckabfällen und einer unzureichenden Sauerstoffsättigung. Wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und Verletzung der Erziehungspflicht drohen der Mutter zwischen einem und 15 Jahre Haft.

Kind mit verseuchtem Wasser gespritzt

Die 30-Jährige soll ihrem Sohn Substanzen verabreicht haben, die mit Speichel, Fäkalien, Blumenwasser und anderen Fremdstoffen vermischt waren. Der Junge über Monate im Krankenhaus. Zeitweise schwebte er demnach auf der Intensivstation in Lebensgefahr. Die Ärzte hätten eine Leukämie-Erkrankung vermutet, bis Flaschen mit der Bakterien verseuchten Lösung gefunden wurden.

Angeklagte soll unter Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom leiden

Die Angeklagte leidet nach Angaben der Staatsanwaltschaft unter dem sogenannten Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom: Dabei macht ein Mensch einen anderen bewusst krank oder täuscht eine Krankheit vor, um Zuwendung zu erreichen. Häufig sind es Mütter, die ihr Kind auf diese Weise misshandeln. Mit einer Urteilsverkündung wird Anfang Oktober gerechnet.

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Quelle: dpa/DAWR/AB
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