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Strafrecht | 16.02.2017

Besucher­erlaubnis

NSU-Prozess: Beate Zschäpe will mit Freiburger Psychiater sprechen

Zschäpe will „zweite, wissen­schaftlich fundierte Meinung“ zu Gutachten des gerichtlich bestellten Sachverständigen

Die mut­maßliche Rechts­terroristin Beate Zschäpe will ein „vertrauliches ärztliches Gespräch“ mit dem Psychiater und Psycho­therapeuten Joachim Bauer aus Freiburg führen.

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Antrag auf Besuchererlaubnis für Psychiater

Beate Zschäpes Verteidiger Mathias Grasel beantragte beim Oberlandes­gericht (OLG) München eine Besuchs­erlaubnis für Psychiater und Psycho­therapeuten Joachim Bauer in der Justiz­vollzugs­anstalt München-Stadelheim. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Justiz­kreisen. Beate Zschäpe sitzt in Stadelheim in Untersuchungs­haft. Sie ist vor dem OLG wegen der überwiegend rassistisch motivierten Serie von zehn Morden des „National­sozialistischen Untergrunds“ (NSU) angeklagt.

Zschäpe will „zweite, wissenschaftlich fundierte Meinung“ einholen

Das Gericht hat über Beate Zschäpes Antrag noch nicht entschieden, sondern schriftlich bei Rechtsanwalt Mathias Grasel nachgefragt, „welchem Zweck“ das Gespräch mit dem Freiburger Mediziner diene. Rechtsanwalt Mathias Grasel antwortete ebenfalls schriftlich, Beate Zschäpe wolle sich eine „zweite, wissen­schaftlich fundierte Meinung“ zu dem Gutachten des gerichtlich bestellten Sachverständigen Henning Saß einholen. Möglicher­weise werde sie sich von Psychiater und Psycho­therapeuten Joachim Bauer auch „explorieren“ - also befragend untersuchen - lassen. Zu Henning Saß, der den NSU-Prozess seit Anbeginn im Mai 2013 verfolgt, hatte Zschäpe jeden Kontakt abgelehnt und sich von ihm nicht explorieren lassen.

Gericht räumt Prozessbeteiligten Möglichkeit zur Stellungnahme ein

Psychiater und Psycho­therapeut Joachim Bauer hat zahlreiche populär­wissenschaftliche Bücher geschrieben. Das Gericht räumte den Prozess­beteiligten die Möglichkeit ein, zu Zschäpes Begehren Stellung zu nehmen. Eine Frist setzte der Senat nicht. Der Schrift­wechsel zwischen Rechtsanwalt Grasel und dem Gericht liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Rechtsanwalt Grasel wollte den Vorgang auf Anfrage nicht kommentieren. Joachim Bauer war für eine Stellung­nahme zunächst nicht zu erreichen.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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