wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollstndig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
Suche
Anwalt gesucht?
Anwalt gefunden!
Sie haben ein rechtliches Problem? Eine individuelle Rechtsfrage? Streit mit dem Nachbarn, Chef oder Ämtern?Gehen Sie auf Nummer sicher und holen Sie sich den fachkundigen Rat eines Rechtsanwalts.Hier im Deutschen Anwaltsregister finden Sie immer den passenden Rechtsanwalt in Ihrer Nähe.Nutzen Síe Ihr Recht!

Verbraucherrecht und Wettbewerbsrecht | 27.01.2017

Möbel­handel

„Räumungs­verkauf“ und „Messepreise“: In der Dauer-Rabatt­schlacht greifen Möbel­händler zu illegalen Mitteln

Prospekte verschiedener Möbel­händler verstoßen auf viel­fältige Weise gegen Vorschriften

Im deutschen Möbel­handel ist immer Rabatt­schlacht. „Messepreise“, „Geburtstags­rabatte“, „Elefantastische Angebote“ oder „Räumungs­verkauf“ schreien die bunten Werbe­blätter jede Woche, um die Kundschaft in die Geschäfte am Stadtrand zu locken. Etliche Anbieter rühren die Werbe­trommel viel zu laut und mit falschen Versprechungen, befand die Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs und hat sich Ende 2016 über drei Monate hinweg die Prospekte der zehn größten Anbieter sowie zehn weiterer regionaler Möbel­häuser näher angeschaut.

Werbung

266 mögliche Verstöße gegen Wettbewerbsvorschriften

Das erschreckende Ergebnis: Bei insgesamt 244 überprüften Prospekten wurden nicht weniger als 266 mögliche Verstöße gegen Wett­bewerbs­vorschriften gefunden. Mondpreise, versteckte Zusatz­kosten, kaum entzifferbare Rabatt­ausnahmen oder vor­getäuschte Jubiläen waren nur einige der Mängel, zu denen die Wettbewerbs­hüter anschließend Abmahnungen verschickten. Teilweise haben sich die Händler bereits verpflichtet, die Werbe­aussagen nicht zu wiederholen, andere lassen es auf eine Klage ankommen.

Preisnachlässe von mehreren Tausend Euro als Lockmittel

„Immer höhere Rabatte ähneln Medikamenten, die in Überdosis oft immer weniger Wirkung erzeugen“, sagt selbstkritisch Thomas Grothkopp, Haupt­geschäftsf­ührer des Handels­verbands Möbel und Küchen in Köln. Wo früher ein günstiges Mittagessen oder ein billiges Kaffee-Gedeck als Lockmittel reichten, müssen heute vermeintliche Preis­nachlässe von mehreren Tausend Euro herhalten.

„Statt-Preise“ meist frei erfunden

Nach den Unter­suchungen der Wettbewerbs­anwälte sind die meist durchgestrichenen „Statt-Preise“ oft völlig aus der Luft gegriffen, weil sie in Wirklichkeit nie verlangt würden. Unverbind­liche Preis­empfehlungen der Hersteller sind wegen der zahlreichen Variations­möglichkeiten der Einzel­möbel in der Branche eher unüblich. Belege für Mondpreise finden sich in den Prospekten, wenn identische Küchen oder Polster­möbel immer wieder zum gleichen reduzierten Preis offeriert werden. „Das ist dann der eigentliche Preis“, sagt der Geschäftsf­ührer der Wettbewerbs­zentrale, Reiner Münker. Die Nutzung eines falschen Statt-Preises aber ist verboten.

Werbung

Sonderverkaufs-Anlässe ohne wahren Hintergrund

Auch beim Erfinden von Sonder­verkaufs-Anlässen seien die Händler viel zu kreativ, moniert die von Hunderten Verbänden, Kammern und Unternehmen getragene Zentrale in Bad Homburg bei Frankfurt. So habe eine nationale Handels­kette ihre bundesweit einheitlichen Angebote in regionalen, aber eigentlich inhaltsgleichen Prospekten mal als Messepreise und mal als Räumungs­verkauf beworben. Auch könne der Verbraucher keineswegs darauf vertrauen, dass das vermeintliche Super-Angebot nur zeitlich begrenzt vorhanden ist.

Preise für Kunden intransparent

Die Preis­trickser haben in den Möbel­häusern aber auch besonders leichtes Spiel, weil den Kunden für die seltenen Anschaffungen ein echtes Preis­gefühl fehlt. „Die Preise sind für die Konsumenten schon wegen der enormen Varianten­vielfalt sehr intransparent. Da hilft auch das Internet nicht viel weiter. Letztlich muss man schon fragen gehen und sich bei mehreren Anbietern Angebote einholen“, beschreibt der Handels­experte der Beratungs­gesellschaft Ernst & Young, Thomas Harms, die Situation. Die ursprünglichen Kalkulationen seien im Möbel­handel schon immer „völliger Unsinn“ gewesen, sagt Thomas Harms. „Wenn ein Verkäufer nach langem Wälzen der Kataloge einen Preis nennt, ist das nicht mehr als eine erste Preisidee, über die man dann hart verhandeln sollte.“

Werbung

Ikea entzieht sich der Werbeschlacht

Nur wenige Unternehmen entziehen sich der Werbe­schlacht mit den billigen Prospekt-Tricks, darunter der erfolgreiche Markt­führer Ikea, der aber eigentlich auch ein ganz anderes Geschäftsm­odell als die übrigen Möbel­händler verfolgt. Die Schweden haben den gesamten Möbel­produktions- und Handels­prozess im Griff und setzen ausschließlich auf eigene Produkte, während ihre Konkurrenz eng mit der Möbel­industrie und Einkaufs­gemeinschaften zusammen­arbeitet.

Kartellstrafen gegen fünf Möbelhersteller

Wie eng dort die Spielräume sind, zeigen die kürzlich verhängten Kartell­strafen von 4,4 Millionen Euro gegen fünf Möbel­hersteller. Die Unternehmen hatten Händler mit Liefer­sperren bedroht, sollten sie ihre Marken­möbel zu billig abgeben. Aus Sicht der Kunden heißt das, dass es gerade für hochwertige Einrichtungen meist gar keinen Rabatt gibt - den Versprechungen in den Prospekten zum Hohn.

Kunden sollten Angebote vergleichen

„Konsumenten sollten sich nicht von Rabatten blenden lassen, sondern die Produkte, Leistungen und Endpreise mehrerer Anbieter vergleichen“, sagt Verbands­funktionär Thomas Grothkopp. Für die Zukunft sei er optimistisch: „Die Maßnahmen der Wettbewerbs­zentrale könnten bewirken, mit Rabatten als Werbe­mitteln wieder sorgsamer umzugehen.“

Quelle: dpa/DAWR/ab
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 5 (max. 5)  -  2 Abstimmungsergebnisse Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0





       Sie sind Anwalt?! Werden Sie ein Teil vom Deutschen Anwaltsregister (DAWR) und stellen Sie sich und Ihre Kanzlei ausführlich vor!Profitieren Sie von der großen Reichweite des DAWR und seiner Partnerportale.Klicken Sie hier und nutzen Sie jetzt Ihre Gelegenheit
auf mehr Mandate aus dem Internet!

#3717

URL dieses Artikels: https://www.dawr/d3717
 für RechtsanwälteEin Kanzleiprofil beim DAWR kann auch Ihnen helfen!