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Arzthaftungsrecht | 31.03.2017

Arzthaftung

Schmerzens­geld für Klasnic: Ärzte laut Urteil schuld am Nieren­verlust

Juristischer Sieg für Ivan Klasnic: Die früheren Ärzte des Ex-Fußballers sind einem Urteil zufolge verantwortlich für sein Nieren­leiden. Ein Gericht spricht Klasnic Schmerzens­geld zu und stellt ihm Schaden­ersatz in Aussicht.

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Gericht stellt groben Behandlungsfehler fest

Der Ex-Profi­fußballer Ivan Klasnic muss dreimal in der Woche zur Dialyse. Seit 2007 wurden ihm bereits zwei Nieren trans­plantiert. Der 37-Jährige wartet inzwischen wieder auf ein neues Spender­organ. Das Landgericht Bremen hat nun fest­gestellt: Verantwortlich für sein Leiden seien seine früheren Ärzte. So urteilte das Gericht am Freitag in einem seit neun Jahren dauernden Zivil­verfahren. Dem früherem Mannschafts­arzt von Werder Bremen, Götz Dimanski, und der Internistin Manju Guha seien grobe Behandlungs­fehler unterlaufen, sagte der Vorsitzende Richter Clemens Bolay (vgl. Was ist ein ärztlicher Behandlungs­fehler?).

100 000 Euro Schmerzensgeld

Deshalb müssen die Mediziner Klasnic ein Schmerzens­geld in Höhe von 100 000 Euro zahlen (vgl. aktuelle Schmerzensgeldtabelle). Außerdem haften sie für alle Behandlungs­kosten. Damit nicht genug: Klasnic hat Anspruch auf Schaden­ersatz für den entstandenen Verdienst­ausfall. Die Höhe müsse allerdings noch in einem weiteren Verfahren ermittelt werden, sagte Bolay. Klasnic hatte die Schadens­summe in seiner Klage mit einer Million Euro beziffert. Der Kroate spielte von 2001 bis 2008 für Werder. Seine Profi-Karriere hatte er trotz der Trans­plantationen erst 2013 beendet.

Zwei Gutachter fanden mehrere Behandlungsfehler

Klasnic zeigte sich erfreut über das Urteil. „Endlich sehen die Menschen, dass ich keine Märchen erzählt und nicht umsonst geklagt habe. Sondern dass die Ärzte verantwortlich sind“, sagte er Radio Bremen.

Nach Auffassung der Zivilkammer hätten die Ärzte die schlechten Nierenwerte des Fußballers ab Mai 2003 erkennen und behandeln müssen. Dies sei nicht geschehen. Zwei Gutachter hatten in dem Verfahren eine ganze Kette von Fehlern in der Behandlung ausgemacht. Diese seien ursächlich dafür, dass die Nieren­funktion sich kontinuierlich verschlechterte und schließlich ausfiel, betonte Bolay. „Dies hätte einem Arzt schlechterdings nicht passieren dürfen“, rügte er.

Die Internistin Guha war für die alljährliche Untersuchung auf Sport­tauglichkeit der Profi­fußballer zuständig. Dimanski habe sie nicht über die auffälligen Nierenwerte von Klasnic informiert, so Bolay. Guha wiederum habe sich die Laborwerte gar nicht erst angesehen. „Das hätte sie selbstverständlich tun müssen“, betonte Bolay. Ein Gutachter hatte im Verfahren ausgesagt, eines der Haupt­probleme bei der medizinischen Betreuung sei gewesen, dass „keiner so richtig zuständig war“.

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Ärzte können noch Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen

Weder Klasnic noch die Ärzte erschienen zur Urteils­verkündung. Hinter ihnen liegt ein langer Rechts­streit, der möglicher­weise mit dem Urteil nicht zu Ende ist. Die Ärzte haben die Möglichkeit, dagegen Rechts­mittel einzulegen. Beide hatten die ihnen zur Last gelegten Vorwürfe stets zurück­gewiesen.

Unterdessen wartet Klasnic weiter auf eine Spender­niere, weil die jetzige seines Vaters nicht mehr genügend leistet. Die durchschnittliche Wartezeit dafür beträgt sieben Jahre. „Ich bin in der Warte­schleife“, hatte der Wahl-Hamburger an einem früheren Verhandlung­stag gesagt.

Siehe auch:

Quelle: dpa/DAWR/pt
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