wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
Suche
Anwalt gesucht?
Anwalt gefunden!
Sie haben ein rechtliches Problem? Eine individuelle Rechtsfrage? Streit mit dem Nachbarn, Chef oder Ämtern?Gehen Sie auf Nummer sicher und holen Sie sich den fachkundigen Rat eines Rechtsanwalts.Hier im Deutschen Anwaltsregister finden Sie immer den passenden Rechtsanwalt in Ihrer Nähe.Nutzen Síe Ihr Recht!

Strafrecht | 16.02.2016

Gewalttaten

Schuld­unfähig - Steigt die Zahl psychisch kranker Straftäter?

Mediale Aufmerksamkeit lässt Eindruck häufigerer Straftaten durch psychisch Kranke entstehen

Plötzliche Attacken gegen wildfremde Menschen, werden scheinbar immer mehr. Einige Täter können aber juristisch nicht zur Verantwortung gezogen werden, weil sie psychisch krank sind. Doch gibt es wirklich immer mehr Straftäter, die psychisch krank sind?

Werbung

Steigt die Zahl psychich kranker Straftäter?

Ein Mann stößt in Berlin eine junge, fremde Frau vor die U-Bahn und damit in den Tod. Ein anderer erdrosselt vermutlich seinen Bruder und versteckt ihn in einer Mülltonne. Die beiden mutmaßlichen Täter wurden zunächst in die Psychiatrie eingewiesen und warten nun auf ihren Prozess. Können sie überhaupt bestraft werden oder sind sie so krank, dass das nicht möglich ist? Die jüngsten tödlichen Attacken in der Hauptstadt haben noch eine andere Frage aufgeworfen: Gibt es immer mehr psychisch kranke Straftäter, die unberechenbar Angst und Schrecken verbreiten?

Gericht entscheidet über eine Unterbringung

Ein Blick in das deutschland­weit größte Straf­gericht in Berlin-Moabit zeigt: Hier stehen immer wieder Menschen vor Gericht, die für ihre Taten nicht verantwortlich zu machen sind.

  • Mutter im religiösen Wahn erstochen.
  • Wildfremde Passanten auf offener Straße mit Bierflasche attackiert, weil eine innere Stimme das befiehlt.
  • Wahllos Schüsse vom Balkon abgefeuert.

Das ist nur ein Ausschnitt aus Anklagen, in denen die Dauer-Unter­bringung in einem psychiatrischen Krankenhaus beantragt wird. Gutachten werden erstellt, das Gericht entscheidet über eine Unter­bringung.

Strafgesetzbuch regelt mögliche Schuldunfähigkeit

Das Straf­gesetzbuch legt in Paragraf 20 fest, wer Schuld­unfähig ist. „Ohne Schuld handelt, wer bei Begehung der Tat wegen einer krankhaften seelischen Störung, wegen einer tief­greifenden Bewusstseins­störung oder wegen Schwachsinns oder einer schweren anderen seelischen Abartigkeit unfähig ist, das Unrecht der Tat einzusehen oder nach dieser Einsicht zu handeln“, heißt es dort. Der folgende Paragraf regelt die verminderte Schuld­fähigkeit.

Schuldunfähigkeit lässt nicht immer auf psychische Erkrankung schließen

Aus den Paragrafen 20 und 21 allein kann aber nicht auf eine psychische Erkrankung geschlossen werden. Auch stark betrunkene Täter können vorüber­gehend Schuld­unfähig sein. Die Unter­bringung in der Psychiatrie kommt nur in Betracht, wenn von einem zur Tat Schuld­unfähigen wegen seines Zustandes auch künftig Straftaten zu erwarten sind und er deshalb für die Allgemeinheit eine Gefahr darstellt.

Werbung

Zahl psychisch kranker Straftäter steigt nicht

Gerichts­gutachter Hans-Ludwig Kröber vom Institut für Forensische Psychiatrie der Charité sieht keine Zunahme bei psychisch kranken Straf­tätern. Eher das Gegenteil treffe zu. Die Zuordnung zur Kategorie „vermindert schuld­fähig“ sei bei gravierenden Straftaten eher abnehmend. Die Zahl der Schuld­unfähigen und vermindert Schuld­fähigen sei vor allem dadurch gesunken, dass Richter nicht mehr jeden Alkohol- oder Drogen­rausch glaubten.

Zahl schizophrener Täter bleibt ziemlich konstant

Die Zahl der dauerhaft Schuld­unfähigen - also schizophrener Täter - sei ziemlich konstant. Weniger als ein Prozent aller Schizophrenen begehe Gewalttaten. Deutlich gewachsen sei aber die Bereitschaft von Gerichten, Schizophrene schon bei kleineren Gewalt­delikten unbefristet in den Maß­regel­vollzug einzusperren, statt sie mit Therapie­auflagen laufen zu lassen, schätzt der Professor ein.

Zahl der als schuldunfähig Verurteilten sinkt

Die Statistik belegt, dass von 52.930 nach allgemeinem Strafrecht Verurteilten im Jahr 2009 in Berlin 82 Schuld­unfähige waren, von denen 68 in ein psychiatrisches Kranken­haus­eingewiesen wurden. 17 Menschen, die als vermindert schuld­fähig eingestuft wurden, bekamen dort ebenfalls einen Platz. Im Jahr 2014 waren von 47.415 verurteilten Tätern 46 Schuld­unfähige, von denen 37 in die Psychiatrie kamen, ebenso wie 10 vermindert Schuld­fähige.

Werbung

Strafen werden aus mangelnder Sachkenntnis der Bevölkerung oft als zu milde eingeschätzt

Für überlebende Opfer, zurück­gebliebene Angehörige und auch für viele Bürger dürfte es ein schwacher Trost sein, dass der Anteil solcher Täter sehr klein ist. Wie kann man damit leben, dass Mord oder Totschlag nicht mit einer Gefängnis­strafe geahndet werden? Doch

auch die lebenslange Unter­bringung bedeutet, dass ein Mensch aus dem Verkehr gezogen wird. Strafen werden aus mangelnder Sach­kenntnis in der Bevölkerung wie auch von Journalisten oft als zu milde ein­geschätzt, weil die Erwartungen zu hoch sind. Dabei wird das im Gesetz vorgesehene Höchst­straf­maß von den Gerichten nur selten angewendet.

Alltägliche Streitigkeiten weit häufiger

Erst durch die mediale Aufmerksamkeit für krasse Einzel­fälle mit Schuld­unfähigen Tätern entsteht der Eindruck, dass sich solche Taten häufen. Eigentlich müsste mehr über alltägliche Streitig­keiten - vom nachbar­schaftlichen Ast überm Gartenzaun etwa - statt über Sensationen zu lesen sein. Denn davon sind weit mehr Bürger betroffen.

Quelle: dpa/DAWR/kg
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 3.5 (max. 5)  -  2 Abstimmungsergebnisse Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0





       Sie sind Anwalt?! Werden Sie ein Teil vom Deutschen Anwaltsregister (DAWR) und stellen Sie sich und Ihre Kanzlei ausführlich vor!Profitieren Sie von der großen Reichweite des DAWR und seiner Partnerportale.Klicken Sie hier und nutzen Sie jetzt Ihre Gelegenheit
auf mehr Mandate aus dem Internet!

#1999

Rechtsanwalt Hartmut Göddecke

Insolvenz­verfahren

MBB Clean Energy AG: Gläubigerv­ersammlung lässt Anleger hoffen

RechtsanwaltHartmut Göddecke

[23.11.2017]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternDie Gläubiger der MBB Clean Energy AG erfuhren in der am 15. November 2017 beim Insolvenz­gericht München durchgeführten Gläubigerv­ersammlung, was die Ursachen der Insolvenz der MBB Clean Energy AG (MBB CE) waren, welche Fehl­entwicklungen es gab und wie die Aussichten der Gläubiger sein werden.

Rechtsanwalt Frank Vormbaum

Nutzung von Mobilfunk­geräten

Handy am Steuer: Bloßes Halten und Umlagern ist zulässig

RechtsanwaltFrank Vormbaum

[22.11.2017]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternIn unserem heutigen Beitrag informiere ich Sie über die Rechtslage bei der Nutzung von Mobilfunk­geräten während der Autofahrt.

Rechtsanwalt Frank Baranowski

Düsseldorfer Tabelle 2018

Unterhalt ab 2018: Überraschungen vermeiden und Unterhalt mit Anwalt neu berechnen lassen

RechtsanwaltFrank Baranowski

[21.11.2017]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternAb Januar 2018 tritt die neu Düsseldorfer Tabelle in Kraft. Auch wenn sich die Tabellen­sätze geringfügig erhöhen werden, kann die Änderung dazu führen, dass im Ergebnis wegen der Anhebung der Einkommens­gruppen der Düsseldorfer Tabelle doch weniger im Geldbeutel des Kindes verbleibt.

Rechtsanwalt Dr. Ronny Jänig

Über­prüfungs­verfahren „Due Diligence“

Due Diligence: Risikoüberprüfung vor dem Unter­nehmens­kauf

RechtsanwaltDr. Ronny Jänig

[20.11.2017]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternIm Vorfeld eines Unternehmens- oder einer Beteiligungs­kaufs erfolgt regelmäßig eine Risiko­überprüfung durch den Käufer. Das Über­prüfungs­verfahren wird im Fachjargon „Due Diligence“ bezeichnet. Im Rahmen der Due Diligence-Prüfung werden diverse Bereiche des Unternehmens von Rechts­anwälten, Steuer­beratern und anderen Fach­beratern bewertet.

Rechtsanwältin Sabine Burges

Bearbeitungs­gebühren in Unternehmer­darlehen

Unternehmer­darlehen: BGH erklärt Bearbeitungs­gebühren in Unternehmer­darlehen für unwirksam

RechtsanwältinSabine Burges

[17.11.2017]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternNachdem der Bundesgerichtshof bereits in den beiden Entscheidungen XI 348/13 und XI ZR 17/14 vom jeweils 28. Oktober 2014 Bearbeitungs­gebühren in Verbraucher­darlehen für unzulässig befunden hat, war bislang nicht geklärt, ob Bearbeitungs­gebühren zulässig sind, wenn es sich beim Darlehens­nehmer nicht um einen Verbraucher, sondern einen Unternehmer handelt.

Rechtsanwalt Robert Binder

Branchen­buch­abzocke

www.clever-gefunden.com: deal UP beauftragt EuroT­reuhand Inkasso GmbH

RechtsanwaltRobert Binder

[16.11.2017]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternDie vom Unternehmen deal UP beauftragte EuroT­reuhand Inkasso GmbH droht bei nicht frist­gerechter Zahlung des offenen Rechnungsbetrags mit einem negativem SCHUFA-Eintrag.

Rechtsanwalt Peter Hahn

Immobilien-Darlehens­verträge

LG Paderborn: Sparkasse Paderborn-Detmold zur Rück­abwicklung von sieben Immobilien-Darlehens­verträgen verurteilt

RechtsanwaltPeter Hahn

[15.11.2017]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternDas Landgericht Paderborn hat mit Urteil vom 18. Oktober 2017 - 4 O 138/17 - die Zwangs­voll­streckung der Sparkasse Paderborn-Detmold aus einer Grundschuld überwiegend für unzulässig erklärt.

Rechtsanwalt Frank Vormbaum

Chronisches Erschöpfungs­syndrom

Berufs­unfähigkeit: CFS und Chronisches Erschöpfungs­syndrom

RechtsanwaltFrank Vormbaum

[14.11.2017]BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternIn unserem heutigen Beitrag informiere ich Sie über Ansprüche aus einer privaten Berufs­unfähigkeits­versicherung bei CFS oder chronischem Erschöpfungs­syndrom.

URL dieses Artikels: https://www.dawr/d1999
 für RechtsanwälteEin Kanzleiprofil beim DAWR kann auch Ihnen helfen!