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Strafrecht | 04.04.2017

Stalker

Stalking macht das Leben zur Hölle

Größte Stalking­konferenz tagt in Berlin

180 Mails und 120 Anrufe am Tag: Stalker können anderen Menschen das Leben zur Hölle machen. Vor kurzem wurde das Strafrecht verschärft. Aber Gesetze allein helfen wenig. Darum tagt in Berlin die größte Stalking­konferenz seit 2005.

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Bei Roland Weber melden sich Frauen, die gleich doppelt verzweifelt sind: Über den Psycho­terror eines Stalkers, aber auch über die Berliner Justiz. Wochen oder Monate brauche diese nach der Anzeige eines Peinigers bei der Polizei für die Bearbeitung des Falls, sagt Weber als Opfer­beauftragter der Senats­justiz­verwaltung. „Dadurch fühlen sich viele Stalker geradezu ermutigt.“

Seit 2012 unterstützt der Rechtsanwalt Opfer von Straftaten - vor allem nach Gewalt. Um Stalking geht es bei ihm eher selten. Aber wenn, sind es krasse Fälle. Denn auch zehn Jahre nach der Verankerung des Nach­stellungs-Paragrafen im Straf­gesetzbuch und dessen jüngster Reform findet nicht jedes Stalking-Opfer schnell Hilfe.

Was kann man als Stalking-Opfer tun?

Ein Stalker schränkt sein Opfer massiv im Alltag ein. Was erst nur lästig ist, empfinden manche schon bald als Bedrohung. Spätestens dann heißt es: aktiv werden. Denn wehrlos muss und sollte man Stalking nicht hinnehmen. Man kann eine ganze Menge tun, vgl. ausführlich: Stalking: Wie sollte man sich als Stalking-Opfer verhalten und wie kann man sich wehren?

Stalkingkonferenz tagt in Berlin

Auch deshalb tagt in Berlin die größte Stalking­konferenz seit 2005. Erfahrungen aus Psychologie, Psychiatrie und sozialer Arbeit sowie von Polizei und Gerichten sollen hier verzahnt werden. „Stalking ist kein Kavaliers­delikt, sondern eine schwerwiegende Straftat“, sagt Bundes­justiz­minister Heiko Maas (SPD). Auf der Konferenz gehe es darum, wie Betroffenen noch besser geholfen werden kann und wie sie geschützt werden können.

Furchterregende Fälle hatten zuletzt Schlag­zeilen gemacht: Im Herbst 2016 etwa wurde bekannt, dass der Berliner Piraten-Abgeordnete Gerwald Claus-Brunner einen Bekannten anderthalb Jahre lang gestalkt und dann umgebracht hatte, bevor er sich selbst das Leben nahm. Doch auch abseits prominenter Namen ist Stalking ein Problem.

„Über das Thema Stalking wird generell, abgesehen von Prominenten­stalking, zu wenig gesprochen, die wenigsten wissen, welche Ausmaße das hat“, sagte zum Beispiel die Bloggerin Mary Scherpe, die nach eigenen Angaben von ihrem Ex-Freund gestalkt wurde, bereits 2014. In ihrem Blog schrieb sie, ihre Anzeige wegen Stalkings sei eingestellt worden: „Es lag an mir: Ich war kein gutes Opfer.“ Sie habe weder Job noch Wohnort gewechselt - und somit damals rechtlich nicht die Voraus­setzungen erfüllt.

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Viele Verfahren aber nur wenig Urteile

Fast 20.000 Straf­verfahren hat es nach den jüngsten Zahlen für 2015 in Deutschland wegen Stalkings gegeben. Die Zahl der Ver­urteilungen aber lag weit darunter. „Häufig wurde Stalking gar nicht erst angeklagt oder die Verfahren wurden wegen Geringfügigk­eit wieder eingestellt“, sagt der Opfer­beauftragte Weber für Berlin.

Wolf Ortiz-Müller, Leiter der Berliner Beratungs­stelle Stop-Stalking, begrüßt daher nun den inter­disziplinären Austausch bei der Konferenz: „Es ist ein großer Fortschritt, dass alle Teilnehmer begreifen wie sehr sie aufeinander angewiesen sind“, sagt er. „Es geht nicht ohne Straf­verfolgung. Aber sie allein greift viel zu kurz - weil sie die Täter nicht abbringt und die Opfer nicht schützt.“

Zu wenig Beratungsstellen

Die Berliner Beratungs­stelle ist neben Bremen, Mannheim und Landau in der Pfalz eine von nur vier bundesweit. Für Ortiz-Müller zeigt sich daran - neben vielen Verbesserungen in den vergangenen zehn Jahren -ein Dilemma. „Wenn man das mit anderen Netzwerken vergleicht, steht Deutschland doch sehr am Anfang.“

Anders als zum Beispiel in Großb­ritannien gibt es in der Bundes­republik bisher keine Klinik für hartnäckige Stalker. Viele gelten als psychisch krank. „Bei uns gibt es höchstens eine Sicherungs­verwahrung. Das meinen wir aber nicht“, sagt Ortiz-Müller als Psychologischer Psycho­therapeut. „Es geht um Täter, für die im ambulanten Rahmen die Zeit zwischen zwei Behandlungs­gesprächen zu lang ist - weil sie zwischendurch in ihre Impuls­kontroll­störung zurückfallen.“ Zumeist gehe es um das Ende einer Liebe und Trennungen, die Menschen nicht verwinden könnten.

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80 Prozent der Opfer sind Frauen

Diese Fälle kennt auch der Opfer­beauftragte Weber. „Viele enttäuschte Typen hören nach wenigen Wochen mit dem Stalken auf“, berichtet er. „Das Problem sind die, die immer weitermachen.“ Rund 80 Prozent der Opfer sind laut Weißem Ring Frauen.

Hoffnung ruht auf dem jüngst geänderten Nach­stellungs­paragrafen im Straf­gesetzbuch. Danach müssen Betroffene nicht mehr mit Umzügen oder Jobwechseln nachweisen, wie sehr Stalking ihren Alltag beeinträchtigt. „Nun wird mehr das Tat­verhalten und die Tat selbst bestraft, unabhängig von der Reaktion des betroffenen Menschen“, erläutert Ortiz-Müller. Wie sich das auswirke, müsse aber erst die Praxis zeigen.

500 Menschen pro Jahr suchen Hilfe in der Berliner Beratungsstelle

Pro Jahr kommen bisher rund 500 Menschen, die sich massiv durch Nach­stellungen belästigt fühlen, in die Berliner Beratungs­stelle. Treffen kann es jeden. Menschen, die anderen ganz klar signalisieren, dass sie keinen Kontakt mehr wünschen. Und auch solche, die am Ende von Liebes­beziehungen im Zwiespalt bleiben, Mitleid mit dem verlassenen Partner empfinden oder auch Schuld­gefühle - und denen es schwerfällt, einfach zur Polizei zu gehen.

„Viele Betroffene sind zermürbt und verängstigt, können sich schwer konzentrieren und müssen immer wieder an ihren Stalker denken“, berichtet Therapeut Ortiz-Müller. Was sie bei der Beratung lernen sollen, ist ein Gefühl für innere Sicherheit wieder zugewinnen und sich stalking freie Räume zu schaffen. In ganz extremen Fällen ziehen Betroffene sogar ins Ausland.

Auch Täter suchen Hilfe

Die Therapeuten bei Stop-Stalking bieten aber auch Tätern ihre Dienste an. Bis zu 130 suchen jedes Jahr Hilfe. Rund die Hälfte hat keine Auflagen von Polizei und Justiz bekommen, sondern kommt aus eigenem Antrieb. Denn es ist ein Irrglaube, dass alle Stalker Freude beim Tyrannisieren empfinden. Oft ist es Wut und Hass.

Knapp 40 Prozent der Menschen, die sich in Berlin als Stalker zuerkennen geben, sind dabei Frauen. „Vielleicht entwickeln Täterinnen ein höheres Problem­bewusstsein“, mutmaßt Ortiz-Müller. Weil sie für sich merkten, dass Stalking sie nicht glücklich macht. Es gebe aber auch Menschen, bei denen nichts zu greifen scheint, meint er: „Manche müssen vielleicht weggesperrt werden.“

Siehe auch:

Quelle: dpa/DAWR/ab
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