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Schadensersatzrecht | 25.06.2018

Haftung nach Voll­bremsung

Sturz nach Voll­bremsung: Wer haftet für durch einen Sturz entstandene Verletzung?

Verkehrs­gesellschaft soll 30 Prozent der Haftung übernehmen

Wer haftet, wenn ein Fahrgast in einem Linienbus stürzt und sich verletzt? Zu dieser Frage hat das Oberlandes­gericht München eine außergerichtliche Einigung angeregt.

Sturz nach Vollbremsung

In dem Prozess geht es um einen Mann, der 2012 in einem Linienbus nach einer Voll­bremsung schwer stürzte und sich die Schulter brach. Seine Berufs­genossen­schaft verklagte den Busfahrer und die Ingolstädter Verkehrs­gesellschaft. Laut Vorschlag sollen die Beklagten 30 Prozent der Haftung übernehmen. Bis September soll eine Einigung vorliegen, andernfalls muss das Oberlandesgericht entscheiden.

LG sieht Schuld beim Fahrgast

Das Landgericht Ingolstadt hat die Klage 2017 abgelehnt, wogegen die Klägerin Berufung einlegte. Nach Überzeugung des Land­gerichts war der Mann am Sturz selbst schuld - schließlich habe er sich zum Zeitpunkt der Voll­bremsung nicht festgehalten. In einem Video aus dem Bus, das in der Verhandlung abgespielt wurde, ist zu sehen, wie der Mann sich nach dem Entwerten seiner Fahrkarte locker gegen den Automaten lehnt mit Blick entgegen der Fahrt­richtung.

Widersprüchliche Angaben durch den Busfahrer

Als der Fahrer bremste, wurde der Mann „durch den ganzen Bus geschleudert“, wie der Vorsitzende Richter Franz Tischler sagte. Zuvor war ein laut Zeugen­aussagen betrunkener Fußgänger vor den Bus gelaufen. In der Verhandlung in München ging es vor allem darum, dass sich die Angaben des Busfahrers teilweise widersprechen. So ist laut Richter noch nicht klar, ob die Voll­bremsung vermeidbar gewesen war. Es sei fraglich, ob der Busfahrer vorher zu sehr beschleunigt hatte.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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