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Verbraucherrecht und Wettbewerbsrecht | 22.02.2016

Gutschein

Wettbewerbs­zentrale mahnt Reiseportal „Ab-in-den-Urlaub.de“ ab

„Ab-in-den-Urlaub.de“ zahlt versprochene Geld­gutscheine nicht innerhalb der angegebenen Frist aus

Für betroffene Urlauber kam der Ärger nach der Reise. Das Reiseportal „Ab-in-den-Urlaub“ hatte ihnen bei der Buchung einen Geld­gutschein versprochen, der dann spätestens 28 Tage nach der Reise ausgezahlt werden sollte. Tatsächlich aber warten immer noch viele Kunden auf die Auszahlung des Geldes.

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Verbraucherschützer kritisieren das Unternehmen schon seit Langem

Hinter „Ab-in-den-Urlaub“ steckt Unister, ein Unternehmen aus Leipzig, das auch für Internet­seiten wie „Fluege.de“ oder „Reisen.de“verantwortlich ist. Verbraucher­schützer kritisieren das Verhalten der Firma seit langem als irre­führend. Im Zuge der Recherchen des Verbraucher- und Wirtschafts­magazins „Markt“ im NDR Fernsehen, des Radio­senders NDR Info und von NDR.de hat die Wettbewerbs­zentrale das Unternehmen nun abgemahnt.

Unternehmen zahlt Gutscheine nicht in der angegebenen Frist aus

Die Gutscheine kommen entweder per Post oder werden online angeboten. Auf ihnen steht ein Code, bei einer Buchung lockt ein Geld­geschenk - mal 50, mal 100 Euro. Außerdem sind auf dem Reiseportal auch Geschenk­gutscheine im Angebot, die der Kunde bereits im Voraus bezahlt. Auch diese konnten in einigen Fällen nicht innerhalb der versprochenen Frist eingelöst werden.

Irreführende Gutscheinwerbung bringt Nachteile für Verbraucher und konkurrierende Anbieter und ist somit wettbewerbswidrig

Mittlerweile liegen der Wettbewerbs­zentrale allerdings massive Beschwerden von Verbrauchern vor, die auch nach Ablauf der Frist von vier Wochen ihr Geld noch nicht erhalten haben. Nach Ansicht der Wettbewerbs­hüter haben durch diese Praxis nicht allein Verbraucher Nachteile. Vielmehr seien auch konkurrierende Anbieter benachteiligt, da die Kunden durch Irre­führende Gutschein­werbung von anderen Reise­portalen weggelockt würden. Diese Praxis sei deshalb wettbewerbs­widrig.

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Ab-in-den-Urlaub.de muss Werbung mit Gutscheinen einstellen oder Geld innerhalb der angegebenen Frist auszahlen

Die im Zuge der Recherchen des NDR ausgesprochene Abmahnung fordert nun: „Ab-in-den-Urlaub“ muss die Werbung mit den Gutscheinen einstellen oder darf nicht mehr behaupten, dass das Geld innerhalb von 28 Tagen erstattet wird. Das Unternehmen selbst kommentiert die Kritik an der Auszahlungs­praxis gegenüber dem NDR so: „... die Auszahlung der Gutscheine (ist) ein komplexer manueller Prozess. Eine pünktliche Auszahlung kann nur unter dem Vorbehalt der korrekten Eingabe der Bank­verbindungen sowie eines korrekten Gutschein­codes erfolgen.“

Verbraucherschützer raten Geld notfalls mit einem Anwalt einzufordern

Die Wettbewerbs­zentrale hat Unister eine Frist bis Anfang März gesetzt, die Unterlassungs­erklärung abzugeben. Verbraucher­schützer raten Kunden, die immer noch auf die Rück­erstattung ihres Gutscheins warten, das Geld weiterhin einzufordern - notfalls mit einem Anwalt.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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