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Altersrente, Antrag, Geburtsbescheinigung und Versicherungskonto | 23.11.2021

Altersrente

1919 oder 1973 geboren - und keine Chance auf Altersrente

Keine Rente für angeblich Hundert­jährigen

Ist der Mann aus dem Landkreis Stade nun knapp 50 - oder doch schon 102? Und steht ihm tatsächlich eine Altersrente zu? Das Landes­sozial­gericht Nieder­sachsen-Bremen hat eine ganz klare Meinung dazu.

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Hand aufs Herz: Welcher knapp 50-Jährige hat sich nicht schon mal die Rente gewünscht? Wenn die Arbeit immer mehr wird, der Stress wächst und Krankheiten einen Menschen belasten, dürfte der eine oder andere ab und zu von der Rente träumen. Doch sollte man im Alter von 102 Jahren nicht schon längst Rentner und zur Ruhe gekommen sein? Das Leben genießen, auf die Gesundheit schauen und tun, was immer einem lieb und teuer ist? Über diesen skurrilen Fall hatte das Landes­sozial­gericht Nieder­sachsen-Bremen zu entscheiden:

Rentenversicherung lehnte Antrag auf Rente ab

Ein Mann aus dem Landkreis Stade sagt über sich, er sei schon 102 Jahre alt - und habe damit Anspruch auf die Rente. Doch für die Renten­versicherung ist er laut Versicherungs­konto erst 48, sie lehnte den Antrag ab. Für einen knapp 50-Jährigen käme eine Altersrente unter normalen Umständen tatsächlich wohl etwas früh.

LSG weist Berufung zurück

Vor Gericht sitzt der Mann, der an einer spastischen Lähmung leidet, gebeugt an seinem Platz, das Haar ist graumeliert und dicht, er sieht aus, wie man mit knapp 50 eben aussieht. Aber ein Greis? „Dass wir es nicht mit einem 102-jährigen Menschen zu tun haben, ist, glaube ich, offen­sichtlich“, sagt Richter Uwe Dreyer.

Das Gericht weist die Berufung des Mannes zurück - eine Fest­stellungs­klage sei in diesem Fall nämlich „schlichtweg unzulässig“. Eine Anfechtungs- und Leistungs­klage wäre demnach der richtige Weg. Der Versicherungs­träger habe den Renten­anspruch ausdrücklich abgelehnt, ein Widerspruchs­verfahren habe es nicht gegeben.

Der Richter wirft dem Mann auch vor, das Verfahren mutwillig zu führen, möglicher­weise liege eine Straftat vor - „die möglicher­weise ein anderes Verfahren nach sich zieht“. Schon während der mündlichen Verhandlung warnt der Richter, dass Kläger in bestimmten Fällen die Verfahrens­kosten tragen müssen. Im Vorfeld und auch während der Verhandlung versucht ihm Dreyer eine Brücke zu bauen - und fragt: „Sollen wir weitermachen?“ Die Antwort lautet, wie aus der Pistole geschossen: „Na klar.“

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Kläger legt selbst verfasste „Geburtsbescheinigung“ aus dem Jahr 1919 vor

Nach Gerichts­angaben arbeitet der Mann, der 102 Jahre alt sein will, als Verwaltungs­fach­angestellter beim Landkreis Stade - in Vollzeit. Um seine angeblichen Renten­ansprüche zu untermauern, legte er eine eides­stattliche Erklärung und eine selbst verfasste „Geburts­bescheinigung“ vor. Die Alters­anforderungen habe er „schon ein paar Jahre erfüllt“. Und auch Altbundes­kanzler Helmut Schmidt habe wie er bis ins hohe Alter am Schreib­tisch gearbeitet.

Die Daten der Deutschen Renten­versicherung seien aus seiner Sicht falsch, nicht 1973 sei sein Geburtsjahr, sondern 1919, betonte der Mann. 1973 habe er in Stade einen Unfall erlitten, über den er „aus Sicherheits­gründen“ nicht sprechen dürfe. Dreyer fragte nach, welche Sicherheits­gründe das denn sein sollten. „Das muss ich hier nicht erläutern“, antwortet der Mann. Der Richter schmunzelt.

Verlängerung der Lebensarbeitszeit eventuell - aber wohl kaum bis 102

Nun fordern Deutschlands Arbeitgeber zwar eine Debatte über eine Ver­längerung der Lebens­arbeitszeit in Deutschland - aber bis 102? Wohl kaum. Tatsächlich arbeiten immer mehr Ältere in Deutschland. So waren im vergangenen Jahr 1,04 Millionen Beschäftigte 67 Jahre alt oder älter. Fast 600.000 hatten noch ab 70 einen regel­mäßigen Job, wie eine Antwort der Bundes­regierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag Mitte Juli ergab. Fast 220.000 waren demnach sogar älter als 75 Jahre - und 72.000 Beschäftigte älter als 80 Jahre.

Bereits seit Jahren stellen Arbeits­markt­forscher fest: Menschen fühlen sich im Rentenalter nicht unbedingt reif für den Ruhestand. Ältere sind im Schnitt auch fitter als frühere Generationen. Dennoch meinte der angeblich 102-Jährige, er könne nicht länger auf die Rente warten. Vergeblich. Stattdessen muss er die Kosten des Verfahrens tragen: 1000 Euro.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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