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Steuerrecht | 26.02.2020

Doppelte Haushalts­führung

Anerkennung der doppelte Haushalts­führung im Mehr­generationen­haus nur mit Nachweis

Bar­leistungen müssen mehr als 10 % der monatlich anfallenden laufenden Kosten der Haushalts­führung betragen

(Niedersächsisches Finanzgericht, Urteil vom 18.09.2019, Az. 9 K 209/18)

Wer eine doppelte Haushalts­führung geltend macht, muss nachweisen, dass er sich tatsächlich an den Kosten für den Haushalt beteiligt. Das gilt auch für Kinder, die im Haus der Eltern eine Wohnung haben.

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Kinder, die im Haus der Eltern eine Wohnung und ihren Lebens­mittel­punkt haben und am Arbeitsort noch eine zweite Wohnung anmieten, können die Kosten für eine doppelte Haushalts­führung steuerlich absetzen. Die Voraussetzung dafür ist, dass sie sich nachweislich an den Kosten für das Elternhaus beteiligen. Auf eine regelmäßige Mietzahlung kommt es dabei nicht an, entschied das Finanz­gericht Nieder­sachsen (Niedersächsisches Finanzgericht, Urteil vom 18.09.2019, Az. 9 K 209/18).

Doppelte Haushaltsführung muss nachgewiesen werden

Häufig sind die Finanz­ämter bei Mehr­generationen­häusern und einer doppelten Haushalts­führung skeptisch. „Insbesondere, wenn es sich um ledige Kinder handelt“, weiß Isabel Klocke vom Bund der Steuer­zahler. Aus diesem Grund sollten Belege gesammelt werden, mit denen nachgewiesen werden kann, dass sich das Kind an den Kosten der Lebens­führung vor Ort beteiligt hat, rät Isabel Klocke.

Kläger bewohnt Wohnung im elterlichen Haus und Zweitwohnung am Arbeitsort

Im konkreten Fall hatte ein lediger Arbeit­nehmer zusammen mit seinem Bruder eine Wohnung im elterlichen Haus bewohnt. Am Arbeitsort hatte er zusätzlich eine 2-Zimmer-Wohnung angemietet. Einen Mietvertrag für die Wohnung im Elternhaus oder eine regelmäßige Mietzahlung gab es nicht.

Finanzamt erkennt doppelte Haushaltführung nicht an

In einem Monat überwies der Sohn aber 1.200 Euro als Kosten­beteiligung sowie weitere 550 Euro für die Fenster­sanierung. Zudem konnte er nachweisen, dass er im Heimatort Lebens­mittel für rund 1.400 Euro im Jahr gekauft hatte. In seiner Steuer­erklärung machte er eine doppelte Haushalts­führung geltend, die das Finanzamt aber nicht anerkannte. Der Sohn habe sich nur unzureichend an den Kosten der Lebens­führung beteilig.

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FG: Einmalige Zahlungen gelten auch als Beteiligung

Dies sah das Finanz­gericht anders: Aus Sicht der Richter liegt eine finanzielle Beteiligung an den Haushalts­kosten auch dann vor, wenn sie in Form von einmaligen oder außergewöhnlichen Zahlungen erfolgt. Sie dürfen allerdings nicht geringfügig sein. Bei den Zahlungen des Klägers, die oberhalb einer Grenze von 10 Prozent lagen, sei das aber unproblematisch, so das Finanz­gericht Nieder­sachsen.

Fall vor dem BFH anhängig

Das Urteil ist allerdings noch nicht rechts­kräftig. Jetzt hat der Bundes­finanz­hof unter dem Akten­zeichen VI R 39/19 Gelegenheit, den Fall in zweiter Instanz zu beurteilen. Betroffene, denen das Finanzamt in einem entsprechenden Fall die doppelte Haushalts­führung nicht anerkennt, können sich auf dieses Gerichts­verfahren berufen. Dann bleibt der eigene Fall bis zu einer Entscheidung des Gerichts offen. „Zur Begründung sollte das Akten­zeichen beim Bundes­finanz­hof genannt werden“, empfiehlt Isabel Klocke abschließend.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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