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Erbrecht | 27.10.2022

Testier­unfähig

Assauer-Erbstreit: Manager war bei Testament nicht Herr seiner Sinne

Beschluss noch nicht rechts­kräftig

Das Amtsgericht Reckling­hausen hat das Testament des 2019 verstorbenen lang­jährigen Schalke-Managers Rudi Assauer für ungültig erklärt.

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Laut dem Beschluss des Gerichts war er bei der Unter­zeichnung im Jahr 2012 angesichts seiner Alzheimer-Demenz-Erkrankung testier­unfähig, wie ein Gerichts­sprecher mitteilte. Wird der Beschluss rechts­kräftig, steht nicht nur der in dem Testament als Alleinerbin vorgesehenen Tochter, sondern auch der zweiten Tochter Assauers die Hälfte des Erbes zu.

Psychiatrisches Fachgutachten entscheidend

Es habe eine sehr umfangreiche Beweis­aufnahme gegeben, zahlreiche Zeugen seien vernommen worden, sagte der Gerichts­sprecher. Entscheidend sei ein psychiatrisches Fach­gutachten gewesen. Der Gutachter sei zu dem klaren Ergebnis gekommen, dass Assauer damals testier­unfähig gewesen sei und auch ein „lichter Moment“ - also vorübergehende Klarheit trotz Demenz - ausgeschlossen sei. Die Verhandlung hatte unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden.

Nach Testament würde nur eine Tochter erben

Das nun für ungültig erklärte Testament sieht laut dem Gerichts­sprecher Assauers ältere Tochter als Alleinerbin vor. Der jüngeren Tochter bliebe danach nur ein Pflichtteil. Der Beschluss des Amts­gerichts vom 10. Oktober ist noch nicht rechts­kräftig. Laut Gericht kann innerhalb von vier Wochen Beschwerde eingelegt werden. In dem Fall würde sich das Oberlandes­gericht Hamm mit der Sache befassen. Wird der Beschluss rechts­kräftig, greift laut dem Gerichts­sprecher die gesetzliche Erbfolge. Beide Töchter würden als einzige Kinder Assauers dann zu jeweils gleichen Teilen erben.

Assauer litt unter Alzheimer

Als Manager von Schalke 04 (1981 bis 1986 und 1993 bis 2006) wurde Assauer auch der Öffentlichkeit über den Sport hinaus bekannt. Als charismatischer Macher mit Zigarre als Marken­zeichen prägte er jahrelang die Bundesliga. Er starb am 6. Februar 2019 im Alter von 74 Jahren nach lang­jähriger Alzheimer-Erkrankung in seiner Heimatstadt Herten. Hinter­bliebene streiten seit längerem um sein Erbe.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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