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Erbrecht | 19.01.2022

Testamente

Auch ältere Testamente müssen eröffnet werden

Alle mutmaßlichen Testamente erst einmal eröffnet werden

(Oberlandesgericht München, Beschluss vom 03.11.2021, Az, 31 Wx 166/21 und 31 Wx 179/21)

Welches Testament gilt? Diese Frage kann zu Streit führen. Ein Urteil zeigt: Es müssen alle mutmaßlichen Testamente erst einmal eröffnet werden. Eine ab­schließende Bewertung findet später statt.

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Im Erbfall wird geschaut, ob und welche Verfügungen von Todes wegen der Erblasser hinter­lassen hat. Das Nachlass­gericht hat diese Testamente zu eröffnen. Das Nachlass­gericht darf die Eröffnung nicht auf die von ihm für wirksam gehaltene Verfügung beschränken. Vielmehr muss es alle Schrift­stücke eröffnen, die auch nur im Entferntesten ein Testament darstellen könnten.

Erst im Erbschein­erteilungs­verfahren entscheidet das Nachlass­gericht unter Beteiligung der in den verschiedenen Testamenten genannten Erben darüber, ob ein Schrift­stück ein Testament ist und welches Testament von mehreren maßgebend ist. Das entschied das Oberlandes­gericht (OLG) München (Az.: 31 Wx 166/21 und 31 Wx 179/21).

Schwestern legten älteres Testament vor

Zwei Frauen begehren die Eröffnung eines zwischen ihrem verstorbenen Vater und ihrer vorverstorbenen Mutter errichteten notariellen gemeinschaft­lichen Testaments aus dem Jahre 1982. In diesem Testament hatten sich die Ehegatten gegenseitig zu Vorerben und die gemeinsamen Töchter als Nacherben eingesetzt.

Das Nachlass­gericht verweigerte die Eröffnung, da das Testament keine Verfügung für den Todesfall des Letzt­versterbenden enthalte und der Erblasser später neu testamentarisch verfügt hat. Dagegen legten die Schwestern Beschwerde ein.

Entscheidung erst im späteren Verfahren

Mit Erfolg: Die in einem notariellen Testament genannten Erben können ihre Erben­stellung unter anderem durch Vorlage des eröffneten Testaments nachweisen. Dies ist nicht von vorneherein dadurch ausgeschlossen, dass Streit darüber besteht, ob sich die Erbfolge nach der älteren oder nach einer neueren Verfügung richtet. Zunächst habe nur eine summarische Prüfung stattzufinden, ob eine letztwillige Verfügung vorliegt.

Erst im Erbschein­erteilungs­verfahren hat das Nachlass­gericht dann unter Beteiligung der in den verschiedenen Testamenten Genannten darüber zu entscheiden, ob ein Schrift­stück ein Testament ist und welches Testament von mehreren als maßgebend anzusehen ist. Daher ist vom Nachlass­gericht jedes Schrift­stück zu eröffnen, bei dem auch nur die entfernte Möglichkeit besteht, dass es eine letztwillige Verfügung des Erblassers sein könnte.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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