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EU-Recht, Reiserecht und Schadensersatzrecht | 16.03.2016

Entschädigung

Außergewöhnlicher Umstand: Airline muss für Flug­verspätung wegen Unwetters keine Entschädigung zahlen

Flugzeug musste wegen eines Gewitters auf einen anderen Flughafen ausweichen, um aufgetankt zu werden
(Landgericht Darmstadt, Urteil vom 19.08.2015, Az. 7 S 52/15)

Ein Flugzeug kann wegen eines Gewitters nicht landen, muss auf einen anderen Flughafen ausweichen, und die Reise verspätet sich dadurch um mehrere Stunden: In diesem Fall muss die Airline für die Verzögerung keine Entschädigung bezahlen. Das Unwetter ist in diesem Fall ein außergewöhnlicher Umstand, urteilte das Landgericht Darmstadt (Az.: 7 S 52/15).

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Zu wenig Reserve­treib­stoff - Klägerin wollte Ausgleichs­zahlung von Airline

In dem verhandelten Fall war die Klägerin von Frankfurt nach Korfu geflogen. Bereits beim Start wusste man von einem Gewitter über der griechischen Insel. Die Maschine konnte nicht landen und flog nach Athen, um dort aufgetankt zu werden. Sie erreichte Korfu mit einer Verspätung von mehr als vier Stunden. Die Klägerin prangerte an, dass das Flugzeug nicht genug Reserve­treib­stoff an Bord hatte, um über Korfu Warte­schleifen zu fliegen, bis die Landung möglich war. Sie forderte daher eine Ausgleichs­zahlung nach EU-Recht.

Urteil: Airline muss Flugzeug nicht für lange Warte­schleifen betanken

Doch das Gericht gab der Fluggesellschaft recht: Das Gewitter war ein außergewöhnlicher Umstand. Die Airline sei nicht verpflichtet gewesen, das Flugzeug mit Treibstoff für Warte­schleifen bis zum Abziehen des Unwetters zu betanken. Denn es sei oft nicht absehbar, wann ein Gewitter vorbei ist.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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URL dieses Artikels: https://www.dawr/d2142
 

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