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Schadensersatzrecht und Versicherungsrecht | 28.03.2019

Berührungs­loser Unfall

Autofahrer kann bei Sturz eines Radfahrers auch bei „berührungs­losem Unfall“ mithaften

Sturz beim Wieder­auffahren auf den ursprünglichen Weg ist Teil des durch den Pkw ausgelösten Ausweich­manövers

(Oberlandesgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 19.03.2019, Az. 16 U 57/18)

Stürzt ein Radfahrer, obwohl der Autofahrer ihn nicht berührt hat und der Radler sogar ausgewichen ist, kann der Autofahrer trotzdem für den Unfall haften. Das zeigt ein Urteil des Ober­landes­gerichts Frankfurt am Main (Az. 16 U 57/18).

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Sturz eines Radfahrers nach Ausweichmanöver

Auf einem nur zwei Meter breiten befestigten Feldweg kamen sich ein Auto und ein Fahrrad­fahrer entgegen. Die Auto­fahrerin machte eine Kontroll­fahrt im Auftrag der Stadt. Der Radler wich dem Auto auf den unbefestigten und matschigen Seiten­streifen aus. Beide passierten sich ohne Berührung. Als aber der Radler wieder auf den Weg auffahren wollte, stürzte er. Mehrfache Verletzungen waren die Folge.

Radler klagt auf Kostenerstattung

Der Radler klagte auf Erstattung von Behandlungs­kosten und der Fahrrad­reparatur sowie auf ein Schmerzens­geld von 10.000 Euro. Die erste Instanz verklagte die Fahrerin zur Übernahme von der Hälfte des Schadens. Die Sache ging in Berufung - ohne Erfolg. Die nächste Instanz bestätigte das Urteil.

Sturz resultiert aus Betriebsgefahr des Autos

Obwohl es sich um einen „berührungs­losen Unfall“ handelte, sei der Sturz des Radlers der Beklagten und der Betriebs­gefahr ihres Autos zuzurechnen. Letztere sei weit auszulegen und umfasse alle durchs Auto beeinflussten Schadens­abläufe.

Sturz ist Teil eines missglückten Ausweichmanövers

Zwar sei die eigentliche Gefahr einer Kollision beim Sturz vorüber gewesen, da er sich erst ereignete, als der Radfahrer vom Seiten­streifen wieder auf den Feldweg fuhr. Dennoch ist der Sturz als Teil des insgesamt missglückten Ausweich­manövers zu sehen.

Auto-Fahrerin muss für die Hälfte des Schadens aufkommen

Die Auto­fahrerin musste aber nur für die Hälfte des Schadens aufkommen, da der Radler auch eine Teilschuld hatte. Nach Ansicht des Gerichts hätte er auch anhalten können, um das Auto vorbeifahren zu lassen. Und er habe angesichts der matschigen Verhältnisse nicht die gebotene Sorgfalt beim Wieder­auffahren auf den Weg walten lassen.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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