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Arbeitsrecht | 17.01.2018

Zeit­verträge im Profisport

BAG-Urteil: Arbeits­verträge für Fußball­profis dürfen befristet werden

Zeit­verträge wegen Eigenart der Arbeits­leistung gerechtfertigt

(Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 16.01.2018, Az. 7 AZR 312/16)

Sind Fußball­profis ganz besondere Arbeit­nehmer? Ja, sagen Deutschlands oberste Arbeits­richter. Fatal für den Mainzer Ex-Torhüter Heinz Müller: Er scheitert mit seiner Klage gegen Mainz 05, sorgt aber für Klarheit bei Zeit­verträgen im Profisport.

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Entwarnung für die Manager der deutschen Bundesliga­clubs: Sie haben jetzt die höchst­richterliche Bestätigung, dass sie auch künftig mit Profis immer neue befristete Arbeits­verträge abschließen können und sie nicht bis zur Fußballer­rente bezahlen müssen. Den Präzedenzfall für das erste Grundsatz­urteil des Bundes­arbeits­gerichts zur Rechtmäßigkeit von Befristungen im Profisport lieferte der Mainzer Ex-Torhüter Heinz Müller.

Ex-Torwart klagte gegen Befristung seines Vertrages

Mit seiner Klage gegen die Befristung seines Vertrags rebellierte der inzwischen 39-jährige Müller gegen die gängige Praxis in der Bundesliga - und verlor den seit 2014 schwelenden Rechts­streit mit dem FSV Mainz 05. Er konnte sich auch mit der Forderung auf Nachzahlung von 261.000 Euro für entgangene Punktspiel­prämien nicht durchsetzen. Es gebe keinen Anspruch auf Spiel­einsätze, hieß es zur Begründung. Eher unfreiwillig sorgte der ehemalige Bundesliga­spieler für Rechts­sicherheit im umstrittenen Bundesliga­vertrags- und damit auch Transfer­system.

Entscheidung im Sinne und Interesse des Wettbewerbs

„Die DFL begrüßt diese klare Entscheidung, die in einem gesetzlich bislang nicht eindeutig geregelten Bereich nun für die erforderliche Rechts­sicherheit sorgt“, teilte die Deutsche Fußball Liga als Dach­organisation der 36 Proficlubs und von etwa 1.000 Lizenz­spielern mit. „Diese Entscheidung ist im Sinn und im Interesse des Wettbewerbs, der Clubs, der Fans und auch der Spieler, gerade auch im Hinblick auf andere diesbezügliche Verfahren.“

Erleichterung herrschte auch beim FSV Mainz 05: „Das Urteil besitzt für Mainz 05 und den gesamten Fußball grund­legende Bedeutung. Um dem Prinzip des Leistungs­sports zu folgen, müssen wir unseren Profikader immer wieder mit neuen Kräften verstärken“, sagte Sport­vorstand Rouven Schröder in einer Mitteilung des Clubs.

Zu der mehr als einstündigen Verhandlung, bei der es Richterin Edith Gräfl immer wieder um die Frage ging, ob die hoch bezahlten Profi­fußballer besondere Arbeit­nehmer sind, erschien Müller mit seinem Anwalt Horst Kletke. Er sei gekommen, weil er eine persönliche Vorladung erhalten habe, sagte der Mainzer Ex-Torhüter Heinz Müller der Deutschen Presse-Agentur. „Es ist alles gesagt.“ Zu seinem Fall schwieg er auch vor Gericht.

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Zeitverträge wegen Eigenart der Arbeitsleistung gerechtfertigt

Die Zeit­verträge, die die Vereine den Spielern für ein, zwei oder mehr Jahre ausstellen, seien „wegen der Eigenart der Arbeits­leistung des Lizenz­spielers [...] gerechtfertigt“, urteilten die höchsten deutschen Arbeits­richter. Sie stützten sich dabei auf einen Passus im Teilzeit- und Befristungs­gesetz. Bisher hatten die Richter diesen Sonder­status bei Befristungen nur Theater­leuten oder Schau­spielern aus TV-Serien zugebilligt.

Besonderer Status wegen sportliche Höchstleistungen

„Vom Fußball werden sportliche Höchst­leistungen erwartet, man kann nicht davon ausgehen, dass diese bis zum Rentenalter zu erbringen sind“, sagte Richterin Gräfl in der Verhandlung. Dass Spitzen­spieler Höchst­leistungen nur für eine befristete Zeit erbringen könnten, begründe ihren besonderen Status bei Befristungen. Zudem ermöglichten Zeit­verträge den Profis Vereins­wechsel und damit neue Karriere- und auch Verdienst­chancen, so die Richterin.

Der Anwalt von Mainz 05, Johan-Michael Menke, sagte zur Bundesliga: „Das ist eine Hoch­leistungs­branche.“ Bei jedem Spiel riskierten die Lizenz­spieler ihre Gesundheit. Dass sie kein normales Arbeits­verhältnis hätten, zeige auch ihr Verdienst, der bei den Verträgen oft im Millionen­bereich liege.

Heinz Müller hatte 2012 einen neuen Zweijahres­vertrag beim FSV Mainz 05 bis Juni 2014 unter­schieben, der sich ab 23 Bundesliga­einsätzen um ein Jahr bis Juni 2015 verlängern sollte. Dazu kam es nicht: Ein halbes Jahr vor Vertrags­ende verbannte der Trainer den Torwart in die zweite Mannschaft. Der Torhüter musste gegen seinen Willen bereits nach zwei Jahren gehen.

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Vorinstanzen hatten unterschiedlich geurteilt

Das Arbeits­gericht Mainz gab Müllers Klage gegen die Befristung statt und versetzte die Bundesliga in Unruhe. Im Februar 2016 wies das Landes­arbeits­gericht Rheinland-Pfalz die Klage jedoch ab, ließ aber die Revision beim Bundes­arbeits­gericht zu.

Die Vereinigung der Vertrags­fußball­spieler (VDV) begrüßte das Urteil. Positiv sei, „dass nun Rechts­sicherheit besteht und dem deutschen Fußball kurzfristig außer­planmäßige Abschreibungen in Millionen­höhe sowie internationale Wettbewerbs­nachteile erspart bleiben“, sagte VDV-Geschäfts­führer Ulf Baranowsky der Deutschen Presse-Agentur.

Spielergewerkschaft fordert Tarifverträge

Allerdings will die Spieler­gewerkschaft ihren Kampf für Tarif­verträge im Profi­fußball fortsetzen. Clubs und Verbände seien „ein hohes Risiko eingegangen, indem sie nicht schon vor dem Urteil eine tarif­vertragliche Lösung gesucht haben“. In anderen großen europäischen Fußball­nationen seien Tarif­verträge Standard.

Quelle: dpa/DAWR/ab

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