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Steuerrecht | 17.05.2018

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BFH: Absetz­barkeit des Arbeits­zimmers bei Miteigentum nur anteilig möglich

Einschränkungen gelten nur für grundstücks­bezogene Kosten

(Bundesfinanzhof, Urteil vom 06.12.2017, Az. VI R 41/15)

Kaufen Ehepaare gemeinsam eine Wohnung, die nur ein Partner als Arbeits­wohnung nutzt, kann nur dieser ihre Kosten anteilig bei der Steuer absetzen. „Gehört dem Ehepaar die Wohnung je zur Hälfte, wird das Finanzamt also nur 50 Prozent der grundstücks­bezogenen Kosten steuer­mindernd akzeptieren“, erläutert Isabel Klocke vom Bund der Steuer­zahler. Dies hat der Bundes­finanz­hof entschieden (Az.: VI R 41/15).

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Wohnung von Ehefrau zu beruflichen Zwecken genutzt

Im Urteilsfall hatten die Eheleute in einer Wohnanlage gemeinsam zwei Eigentums­wohnungen gekauft, wovon sie die größere privat nutzten. Die kleinere Wohnung nutzte ausschließlich die Ehefrau zu beruflichen Zwecken. Finanziert wurden beide Wohnungen durch ein von beiden Eheleuten gemeinsam aufgenommenes Darlehen. Die Ehefrau machte die gesamten Ausgaben für die Arbeits­wohnung in der Steuer­erklärung als Werbungs­kosten zu ihren Arbeits­einkünften geltend.

Grundstücksbezogene Kosten sind nur anteilig entsprechend dem eigenen Miteigentumsanteil abziehbar

Finanz­gericht und Bundes­finanz­hof kamen zu dem Ergebnis, dass es sich bei der kleineren Wohnung um ein außer­häusliches Arbeits­zimmer der Ehefrau handelt, dessen Kosten grund­sätzlich abziehbar sind. Die nutzungs­bezogenen Kosten wurden deshalb auch in voller Höhe anerkannt. Die grundstücks­bezogenen Kosten für Abschreibung und Kredit­zinsen jedoch nur entsprechend dem Mit­eigentums­anteil der Ehefrau, also zur Hälfte. Die Ehefrau kann nur die Kosten abziehen, die von ihr getragen werden.

Vermietung als mögliche Lösung

„Soll eine Immobilie für die beruflichen oder betrieblichen Zwecke eines Partners angeschafft werden, jedoch von beiden Ehepartner finanziert werden, empfiehlt es sich, den Sachverhalt vorab mit einem Steuer­berater oder Rechtsanwalt durch­zusprechen“, sagt Isabel Klocke. Unter Umständen ist beispiels­weise eine Vermietung an den anderen Partner eine gute Lösung, um die Kredit­zinsen und die Abschreibung vollständig steuerlich geltend machen zu können.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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