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Kaufrecht | 20.10.2017

Pferdekauf

BGH-Urteil: Keine Sonder­rechte bei Kauf eines teuren Dressur­pferdes

Abweichungen von der Ideal-Norm stellen keinen Sachmangel dar

(Bundesgerichtshof, Urteil vom 18.10.2017, Az. VIII ZR 32/16)

Er sollte bei Grand-Prix-Prüfungen auftreten und kostete eine halbe Million Euro - am Ende blieb der Hannoveraner Wallach im Stall und beschäftigt die Gerichte.

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Der Bundes­gerichts­hof wies einen Streit über den Kauf des Dressur­pferds zurück an das Berufungs­gericht. Die Karlsruher Richter machten dabei klar, dass für den Erwerb teurer Pferde dieselben Grundsätze gelten wie für alle Tierkäufe. Man könne nicht erwarten, ein „ideales“ Tier zu erhalten.

Gutachter bestätigt auffälligen Röntgenbefund jedoch ohne klinische Auswirkungen

Der Kläger wollte das Tier, das er im Jahr 2010 von einem Reitlehrer und Pferde­trainer erworben hatte, zurück­geben. Es lahme, habe Schmerzen und widersetze sich dem Reiter. Als Ursache dafür machte der Kläger einen Röntgen­befund an den Halswirbeln aus. Ein Sachverständiger kam im Prozess jedoch zu dem Ergebnis, dass der Befund sich mit hoher bis sehr hoher Wahrscheinlichkeit klinisch nicht ausgewirkt habe.

„Rittigkeitsprobleme“ kann Mangel darstellen

Bei Lahmheit, Schmerzen und Widersetzlichkeit könnte das Pferd zwar durchaus mangelhaft sein, so der Bundesgerichtshof. Diese „Rittigkeits­probleme“ hätten dann aber bereits bei der Übergabe des Pferdes vorliegen müssen. Ob dies der Fall war, muss nun das Berufungs­gericht klären.

Mit dem Tier hatten die Richter des Bundesgerichtshofs derweil Mitleid. Immerhin werde es seit nunmehr sieben Jahren nicht mehr so geritten, wie es sollte.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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