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Steuerrecht | 12.10.2020

Arbeits­zimmer

Bei Immobilien­verkauf: Arbeits­zimmer gilt steuerlich wie Wohnbereich

Keine Spekulation­steuer auf das häusliche Arbeits­zimmer bei Verkauf des selbst­genutzten Eigenheims

(Finanzgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 23.07.2019, Az. 5 K 338/19)

Eine Wohnung wird verkauft, in der sich ein häusliches Arbeits­zimmer befindet. Auf den Verkaufs­gewinn fordert das Finanzamt dann anteilig für das Heimbüro eine Steuer­zahlung. Aber ist das so korrekt?

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Eigentümer, die ihr selbst genutztes Wohnhaus oder ihre Eigentums­wohnung verkaufen, brauchen den Gewinn nicht zu versteuern. Der Verkauf einer privat bewohnten Immobilie ist in der Regel einkommen­steuerfrei. Diese Regel gilt auch dann, wenn sich ein häusliches Arbeits­zimmer in der Immobilie befand und dieses in den Vorjahren jeweils von der Einkommen­steuer abgesetzt wurde, wie das Finanz­gericht Baden-Württemberg entschieden hat (Az.: 5 K 338/19). „Das häusliche Arbeits­zimmer ist nach dem Urteil Teil des privaten Wohn­bereichs und kann daher beim Verkauf nicht separat besteuert werden“, erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuer­zahler.

Lehrerin verkaufte Wohnung mit Gewinn

Im konkreten Fall nutzte eine Lehrerin einen Raum ihrer Eigentums­wohnung als häusliches Arbeits­zimmer. Dies machte sie entsprechend in ihren Einkommen­steuerer­klärungen geltend. Nach etwa fünf Jahren verkaufte sie die Wohnung mit Gewinn.

Finanzamt verlangt Einkommensteuer

Da die Wohnung von ihr vor dem Verkauf selbst bewohnt wurde, war der Verkaufs­gewinn grund­sätzlich steuerfrei. Für den Gewinn, der anteilig auf das beruflich genutzte Arbeits­zimmer entfiel, verlangte das Finanzamt jedoch Einkommen­steuer - mit dem Argument, die zehnj­ährige Spekulations­frist für Immobilien sei noch nicht abgelaufen.

FG entschied zugunsten der Lehrerin

Das Arbeits­zimmer sei Teil der Privat­wohnung und kann nicht unabhängig von dem Rest der Wohnung verkauft werden. Deshalb sei keine Aufteilung des Kaufpreises in privat und beruflich vorzunehmen.

Finanzamt hat Revision eingelegt

Gegen die Ent­scheidung hat das Finanzamt Revision beim Bundes­finanz­hof (BFH) eingelegt, daher ist das Urteil noch nicht rechts­kräftig (Az.: IX R 27/19).

Dennoch können sich Steuer­zahler auf das laufende Gerichts­verfahren berufen und Einspruch einlegen, wenn das Finanzamt den Gewinn aus dem Verkauf einer selbst genutzten Immobilie anteilig für das Arbeits­zimmer versteuert. So bleibt der eigene Steuerfall bis zu einer abschließenden Ent­scheidung des Bundes­finanz­hofs offen.

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Spekulationssteuer vermeiden - Immobilie mit Arbeitszimmer frühestens nach zehn Jahren verkaufen

„Wer sich nicht auf Streitig­keiten mit dem Finanzamt einlassen und die Spekulations­steuer in jedem Fall vermeiden will, sollte die Immobilie mit dem Arbeits­zimmer frühestens nach zehn Jahren verkaufen“, so Klocke. Dann bleibt der Verkaufs­erlös bei einem Privathaus in jedem Fall steuerfrei.

Quelle: dpa/DAWR/ab

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