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Reiserecht und Schadensersatzrecht | 18.04.2017

Bahnreise zum Abflughafen

Bei Zug-zum-Flug-Angebot haftet Reise­veranstalter für Zugverspätungen

Ist das Zug-zum-Flug-Angebot Teil des Reisepakets muss Reiseveranstalter auch bei Problemen haften

(Amtsgericht Hannover, Urteil vom 18.12.2015, Az. 445 C 7017/15)

Viele Reise­veranstalter bieten eine Bahnreise zum Abflughafen als Teil eines Pauschal­pakets an. Doch dann sind sie auch für Verspätungen des Zuges verantwortlich. Verpasst der Kunde deshalb seinen Flieger, muss der Veranstalter die Folgekosten des Reisenden übernehmen. Ist das Zug-zum-Flug-Angebot nicht Teil des Pakets, muss ein Veranstalter dies explizit angeben, urteilte das Amtsgericht Hannover (Az.: 445 C 7017/15).

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Flug verpasst durch Zugverspätung

In dem verhandelten Fall hatte der Kläger seinen Thailand-Flug verpasst, weil sein Zug Verspätung hatte. Er buchte einen neuen Flug und stellte die Kosten dem Veranstalter in Rechnung. Denn aus den Unterlagen war seiner Meinung nach hervorgegangen, dass die Leistung Zug-zum-Flug ein Teil des Reisepakets war. Der Veranstalter sah das anders. Das habe so in den AGB gestanden.

Veranstalter haftet für Eigenleistung

Das Gericht gab dem Kläger Recht: Das Zug-zum-Flug-Angebot sei eine Leistung des Ver­anstalters gewesen. Das gehe aus den Reise­unterlagen hervor. So warb der Veranstalter im Katalog unter „Vorteile“ mit der Bahnfahrt zum Flughafen. Unter „Alle Informationen zum Reise­verlauf“ fand sich die Zugfahrt später ebenfalls. Die Angabe „In Kooperation“ in Bezug auf die Bahn sei nicht eindeutig. Bei Zweifeln jedoch sei stets von einer Eigen­leistung des Ver­anstalters auszugehen.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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