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Arbeitsrecht | 24.08.2015

Kündigung

Beleidigung der Ex-Freundin über das Diensthandy ist kein Kündigungsgrund

Beleidigung von Kollegen über das Handy

(Arbeitsgericht Berlin, Urteil vom 27.02.2015, Az. 28 Ca 16.939/14)

Beziehungen sind Privatsache. Auch der Arbeitgeber sollte sich nicht einmischen. Wenn sich Partner streiten, kann es schon mal beleidigend werden. Auch wenn dann das Diensthandhandy benutzt wird, kann der Arbeitgeber nicht einfach eine Kündigung aussprechen.

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Beziehungen unter Kollegen sind Privatsache

Eine Beziehung unter Kollegen ist grundsätzlich die Privatsache der Beteiligten. Beleidigt und bedroht der eine den anderen nach Ende der Beziehung über das dienstliche Handy, rechtfertigt das nicht gleich eine Kündigung. Darauf weist der Deutsche Anwaltverein hin. Er bezieht sich auf ein Urteil des Arbeitsgerichts Berlin (Az.: 28 Ca 16.939/14).

Nach der Trennung folgten Bedrohungen und Beleidigungen per Handy

In dem verhandelten Fall wurde einem langjährigen Mitarbeiter eines Energieversorgers gekündigt. Mit einer Kollegin hatte er mehr als 16 Jahre eine private Beziehung. Das Paar arbeitete in demselben Büro. Seit Dezember 2013 war der Mann wegen eines Burn-out längerfristig krankgeschrieben. Die Frau trennte sich Anfang 2014 von ihm. Nach der Trennung bedrohte und beleidigte er seine ehemalige Lebensgefährtin zunächst über das private Mobiltelefon, dann über das dienstliche. So schrieb er Kurznachrichten wie «Du elendes Schwein» oder «das wirst Du bitter bereuen» und «das zahl' ich Dir heim».

Beleidigung der ehemaligen Lebensgefährtin führte zur Kündigung

Nachdem die Frau den Arbeitgeber davon unterrichtet hatte, kündigte dieser dem Mann. Die Kündigung begründete der Arbeitgeber damit, dass er zwar dafür sorgen kann, dass die beiden nicht mehr im selben Büro sitzen. Sie würden sich aber dennoch aufgrund der fachlichen und persönlichen Berührungspunkte regelmäßig sehen. Er erwarte deshalb negative Auswirkungen auf die Arbeitsleistung.

Gericht entschied: Kündigung ist rechtswidrig

Die Kündigung ist rechtswidrig, entschied das Gericht. Zwischenmenschliche Verbindungen unter Kollegen seien dem Bereich der privaten Lebensgestaltung zugeordnet. Beleidigende Inhalte habe es außerdem nur an insgesamt neun Stellen gegeben. Daraus folge nicht automatisch, dass das sich negativ auf die Arbeitsleistung der Frau auswirkt. Weiter monierte das Gericht, dass nicht der gesamte Dialog dokumentiert wurde, sondern nur die Aussagen des Mannes. Der Erkenntnisgewinn sei daher äußerst gering. Auch sei eine Kündigung nach einer Betriebszugehörigkeit von 33 Jahren nicht verhältnismäßig. Der Arbeitgeber hätte zunächst abmahnen müssen.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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