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Immobilienrecht und Mietrecht | 18.01.2016

Mietminderung

Brand durch eigene Fahrlässigkeit - kein Recht auf Mietminderung

Erhöhtes Brandrisiko durch brennende Kerzen

(Landgericht Berlin, Urteil vom 22.09.2015, Az. 63 S 39/15)

In der Vorweihnachtszeit brennen in vielen Wohnzimmern Kerzen. Wer sie anzündet und den Raum verlässt, muss sich ganz sicher sein, dass der Docht nicht mehr glimmt. Das gilt besonders, wenn noch Tiere im Raum sind. Sonst gehen Mieter ein erhöhtes Brand-Risiko ein.

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Wer einen Raum verlässt, in dem eine Kerze brennt, handelt fahrlässig

Welche Rechte hat der Mieter, wenn es dann zum Brand kommt? Die Richter des Landgerichts Berlin entschieden: Auch wenn die Räume durch den Brand unbenutzbar sind, kann der Mieter keine Mietminderung vom Vermieter verlangen (Az.: 63 S 39/15). Das gilt auch, wenn der Mieter seine Verantwortung für den Brand bestreitet.

Wohnung durch selbstverschuldeten Brand unbenutzbar - Mieterin kürzte ihre Miete

Im konkreten Fall minderte die Beklagte ihre Miete zu 100 Prozent, weil die Wohnung nach einem Schwelbrand nicht mehr benutzbar war. Außerdem waren Teile des Inventars sowie das Wohnzimmer schwer beschädigt. Aus einem Bericht des Landeskriminalamtes (LKA) ging hervor, dass der Schwelbrand vermutlich durch eine glimmende Kerzen verursacht wurde. Diese hatte wohl der Hund umgekippt, der zu diesem Zeitpunkt allein in der Wohnung war. Die Mieterin behauptete jedoch, dass ihre Tochter die Kerzen vor dem Verlassen der Wohnung ausgemacht habe.

Das Urteil: Mieterin ist nicht zur Minderung berechtigt

Die Richter urteilten, dass die Mieterin nicht zur Minderung berechtigt sei. Aus dem LKA-Gutachten sei ersichtlich, dass die Kerzen nicht sorgfältig genug gelöscht wurden. Die Mieterin beziehungsweise ihre Tochter habe also fahrlässig gehandelt. Sie hätte sicherstellen müssen, dass das Feuer wirklich aus ist und der Docht nicht mehr glimmt. Denn es sei allgemein bekannt, dass durch einen Funkenflug oder einen glimmenden Docht Feuer ausgelöst werden kann. Durch den allein gelassenen Hund bestand außerdem ein erhöhtes Risiko.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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