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Sozialrecht und Sozialversicherungsrecht | 06.05.2019

Häusliche Kranken­pflege

Diabetiker hat Anspruch auf langfristige Blutzucker­messung

Häusliche Krankenpflegen darf in Ausnahme­fällen auch über Leistungs­umfang entsprechender Richtlinien hinausgehen

(Hessisches Landessozialgericht, Urteil vom 28.02.2019, Az. L 8 KR 443/17)

Schaffen Diabetiker den Umgang mit Insulin nicht selbst, helfen eventuell Pflege­kräfte aus. Der Arzt kann dann eine entsprechende häusliche Kranken­pflege verschreiben. Diese darf in Ausnahme­fällen auch über den Leistungs­umfang der entsprechenden Richtlinien hinausgehen. Das zeigt ein Urteil des Hessischen Landes­sozial­gerichts (Hessisches Landessozialgericht, Urteil vom 28.02.2019, Az. L 8 KR 443/17).

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Arzt verordnet Diabetiker häusliche Krankenpflege

In dem zugrunde liegenden Fall ging es um einen Mann, bei dem 1979 Diabetes Typ 2 diagnostiziert wurde. Im Jahr 2013 verordnete sein Arzt häusliche Kranken­pflege. Der Mann war in seiner Auffassungs­gabe stark eingeschränkt und seine Frau dement, Hilfe war deshalb nötig.

Krankenkasse verweigert Kostenübernahme der verordneten Blutzuckermesssung

Die Kranken­kasse genehmigte aber nur das Spritzen von Insulin und die Gabe weiterer Medikamente durch den Pflege­dienst, nicht aber die ebenfalls verschriebene Blutzucker­messsung. Dagegen klagten der Mann beziehungs­weise seine Erben - der Patient selbst war 2018 verstorben.

Krankenkasse muss in Ausnahmefällen routinemäßige Blutzuckermessung bezahlen

Die Entscheidung des Gerichts: Die Kranken­kasse muss in diesem Fall auch eine routine­mäßige Blutzucker­messung bezahlen, obwohl diese kein Teil der Häuslichen Kranken­pflege-Richtlinien (HK-RPL) ist.

Langfristige Verordnung einer Insulintherapie auch bei schwankenden Blutzuckerwerten möglich

In diesem Fall liege eine begründete Ausnahme vor, entschied das Gericht. Die Blutzucker­werte des Mannes hätten erheblich geschwankt - ohne regelmäßige Messung war das Risiko einer Fehl­dosierung von Insulin zu hoch. Der Mann selbst sei damit aber überfordert gewesen, genau wie seine Ehefrau. Die Kranken­kasse muss nun nachträglich die Kosten der Blutzucker­messung in Höhe von etwa 3.400 Euro tragen.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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