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Schadensersatzrecht | 07.12.2021

Schadens­ersatz

Diebstahl nach Oldtimer­verkauf: Muss Verkäufer Mehrwert zahlen?

Verkäufer muss Mehrwert wegen Verletzung der Pflichten aus dem Verwahrungs­vertrag zahlen

(Oberlandesgericht Braunschweig, Urteil vom 20.05.2021, Az. 9 U 8/20)

Oldtimer erzielen oft einen hohen Verkaufs­preis. Der muss aber noch nichts mit dem Wert zu tun haben. Dieser kann relevant werden, wenn ein verkauftes Fahrzeug gestohlen wird, bevor es abgeholt wurde.

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Wer ein bereits verkauftes Auto vor der Abholung durch den Käufer verwahrt, muss das sicher tun. Ansonsten könnte er nach einem Diebstahl für Schaden­ersatz aufkommen müssen. Das gilt besonders für Lieb­haber­fahrzeuge, deren ermittelter Wert vom Kaufpreis stark abweichen kann. Dann ist diese Differenz vom Verkäufer zu ersetzen. Das zeigt ein Urteil (Az.: 9 U 8/20) des Ober­landes­gerichts Braunschweig.

Landwirtschaftliches Schmuckstück parkt im Freien

In dem Fall ging es um einen Lanz-Traktor von 1935, den ein Mann für 35.000 Euro kaufte, aber beim Verkäufer noch stehen ließ. Untergebracht war der Oldtimer auf einem Gelände eines Sport­flug­platzes im Freien. Von dort stahlen ihn Unbekannte. Die Voll­kasko­versicherung des Käufers ersetzte die Versicherungs­summe von 62.500 Euro. Doch damit war der Mann nicht zufrieden, der Traktor wäre mehr wert gewesen. Er wollte 87.500 Euro und zog vor Gericht.

OLG bejaht Anspruch auf Schadensersatz

Dort hatte er einigen Erfolg, er bekam 10.000 Euro Schaden­ersatz, auf den er als Käufer grund­sätzlich Anspruch hatte. Der verkaufte Oldtimer war auch ohne Schlüssel immer fahrbereit und hatte so über mehrere Tage und Nächte ohne Aufsicht auf der Freifläche gestanden. Es war auch kein anderer Diebstahl­schutz vorhanden. So verletzte der Verkäufer seine Pflichten aus dem Verwahrungs­vertrag grob fahrlässig.

Schadensersatz in der Höhe auf 10.000 Euro begrenzt

Die verringerte Schaden­ersatz­summe entstand dadurch, dass der Käufer nicht nachweisen konnte, dass es sich um einen bestimmten höher­wertigen Typ gehandelt hatte. Mittels verschiedener Gutachten legte das Gericht den entstandenen Schaden auf 72.500 Euro fest. Der Verkäufer musste die Differenz zwischen Versicherungs­summe und Wert selbst tragen. Wenn der Traktor noch mehr wert gewesen wäre, hätte er auch das zahlen müssen. Mit dem Kaufpreis habe das nichts zu tun.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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