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Familienrecht | 11.08.2017

Umgangs­recht

Drogen­konsum eines Elternteils: Umgangs­recht nicht pauschal beschränkbar

Erforderlich ist Gefahren­einschätzung anhand konkreter Umstände des Einzelfalls

(Oberlandesgericht Dresden, Urteil vom 06.09.2016, Az. 18 UF 342/16)

Das Wohl des Kindes steht im Vordergrund bei der Entscheidung, ob das Umgangs­recht eines Elternteils eingeschränkt werden soll. Doch was heißt das konkret, wenn ein Elternteil Drogen konsumiert?

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Auch wenn ein Elternteil Drogen nimmt, spricht das nicht automatisch gegen einen Umgang mit dem Kind. So verbietet es sich, das Umgangs­recht allein aufgrund einer abstrakten Gefahren­einschätzung ein­zuschränken. Dies haben die Richter des Ober­landes­gerichts Dresden entschieden (Az.: 18 UF 342/16). Das bedeutet: Vorher sind immer die konkreten Umstände des Einzelfalls zu prüfen.

Vater wollte unbegleiteten Umgang mit der Mutter verhindern

Im konkreten Fall begann eine Mutter kurz nach der Geburt ihres Sohnes Crystal zu konsumieren. Sie trennte sich nach vier Jahren von dem Vater des Kindes, wandte sich an das Jugendamt und absolvierte eine stationäre Langzeit­therapie. Der Sohn lebte in dieser Zeit beim Vater. Die Mutter sah ihn jedoch regelmäßig. Nach dem Ende der Therapie wollte der Vater den unbegleiteten Umgang verhindern, nachdem die Mutter bei einem angeordneten Drogentest nicht erschienen war.

Keine Gefahr für das Kindeswohl

Die Richter des Ober­landes­gerichts Dresden entschieden anders. Sie konnten keine Gefahr für das Kindeswohl erkennen. Somit gebe es auch keinen Grund, dass Umgangs­recht der Mutter ein­zuschränken. Zwar sei die Frau drogen­abhängig gewesen. Doch sie absolviere eine verhaltens­therapeutische Behandlung. Der pauschale Schluss, dass sie aufgrund ihrer Krankheit das Kindeswohl gefährde, verbiete sich. Vielmehr müssten die genauen Umstände in Einzelfall geprüft werden. Aus Sicht der Richter sei in diesem Fall keine Gefahr für den Jungen zu befürchten. Im Gegenteil: Der regelmäßige und längere Aufenthalt bei der Mutter sei für den Jungen eine wichtige Bindung.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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