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Hochschulrecht und Verwaltungsrecht | 04.02.2016

Hochschul-Lehr­veranstaltung

Emeritierter Professor hat trotz Beschwerden von Studenten Anspruch auf Lehrveranstaltungen

Vorlesung muss in Lehrplan aufgenommen und im Vorlesungs­verzeichnis angekündigt werden

(Verwaltungsgericht Berlin, Beschluss vom 06.08.2015, Az. 12 L 269.15)

Professoren haben auch nach ihrer Emeritierung ein Recht darauf, an der Hochschule Lehrveranstaltungen abzuhalten. Das gilt selbst dann, wenn Studenten die Vorlesung als wirr kritisieren und die Methoden fragwürdig finden. Dies geht aus einem Beschluss des Verwaltungs­gerichts Berlin (Az.: 12 L 269.15) hervor. Die Hochschule ist außerdem verpflichtet, die Lehrveranstaltung in den Lehrplan aufzunehmen und im Vorlesungs­verzeichnis anzukündigen.

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Hochschule lehnt nach Beschwerden von Studenten Aufnahme der Lehrveranstaltung in den Lehrplan ab

In dem verhandelten Fall wollte ein emeritierter Professor rechtlich durchsetzen, dass die Hochschule seine Veranstaltung „Einführung in die Didaktik der romanischen Sprachen“ in den Lehrplan aufnimmt und im Vorlesungs­verzeichnis ankündigt. Die Hochschule lehnte das ab. Studenten hätten sich über die Vorlesung beschwert. Sie kritisierten, dass der Professor sich rassistisch äußere und etwa grammatikalisch nicht korrektes Deutsch als „Ausländer­deutsch“ bezeichne. Außerdem sei der Aufbau der Veranstaltung zunehmend wirr, und die Methoden seien fragwürdig.

Professoren haben auch nach Emeritierung Recht Durchführung von Lehrveranstaltungen

Das Verwaltungs­gericht Berlin verpflichtete die Hochschule, die Veranstaltung in den Lehrplan des Fach­bereichs sowie im Vorlesungs­verzeichnis aufzunehmen. Professoren hätten auch nach ihrer Emeritierung das Recht, ihrer Lehr­befugnis entsprechende Lehrveranstaltungen abzuhalten. Daraus folge, dass die Hochschule verpflichtet sei, solche Veranstaltungen in den Lehrplan und in das Vorlesungs­verzeichnis aufzunehmen. Dies nicht zu machen, greife in das Grundrecht des Professors auf Wissenschafts­freiheit ein. Die Voraus­setzungen, um ein Grundrecht einzuschränken, seien hoch. Die Kritik einzelner Studenten reiche nicht aus.

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Quelle: dpa/DAWR/kg

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