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Steuerrecht | 04.03.2020

Erbfallkostenpauschale

Erbfall­kosten­pauschale ist auch ohne Übernahme der Beerdigungs­kosten anzusetzen

Klägerin hat Anspruch auf Erbfall­kosten­pauschale, auch wenn tatsächlichen Kosten niedriger sind

(Finanzgericht Münster, Urteil vom 24.10.2019, Az. 3 K 3549/17 Erb)

Erben können in ihrer Erbschaft­steuer­erklärung die Kosten für die Bestattung, ein angemessenes Grabdenkmal und Grabpflege angeben - oder eine Pauschale geltend machen.

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In der Erbschafts­steuer­erklärung kann ein Erbe eine Erbfall­kosten­pauschale in Höhe von 10.300 Euro angeben. Das gilt auch dann, wenn er oder sie nicht die Kosten für die Beerdigung, dafür aber andere Kosten im Zusammenhang mit dem Erbe getragen hat.

Kosten müssen im Zusammenhang mit dem Erbe stehen

Neben Kosten für ein angemessenes Grabdenkmal und für die übliche Grabpflege sind auch Kosten absetzbar, die dem Erben unmittelbar im Zusammenhang mit der Abwicklung des Nachlasses entstehen. Der Fiskus erkennt pauschal - also ohne Nachweis - insgesamt 10.300 Euro an. „Dies gilt auch dann, wenn die tatsächlichen Kosten niedriger sind“, erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuer­zahler und verweist auf eine Entscheidung des Finanz­gerichts Münster (Az.: 3 K 3549/17).

Finanzamt verneint Anspruch auf Erbfallkostenpauschale

In dem verhandelten Fall machte die Nichte einer verstorbenen Tante in ihrer Erbschaft­steuer­erklärung die Erbfall­kosten­pauschale geltend. Die Erbin legte dem Finanzamt jedoch nur eine Rechnung über 40 Euro vor. Diese Rechnung hatte das Amtsgericht für die Erteilung des Erbscheins und die Eröffnung des Testaments ausgestellt. Das Finanzamt berücksichtige die Erbfall­kosten­pauschale nicht, sondern lediglich die nach­gewiesenen 40 Euro - und dagegen klagte die Frau.

FG: Erbfallkostenpauschale umfasst sämtliche im Zusammenhang mit Erbfallregelung stehenden Kosten

Die Richter entschieden zugunsten der Frau, dass die Kosten­pauschale sämtliche Kosten umfasst, die mit der Abwicklung und Regelung des Erbes im Zusammenhang stehen. Der Erbe muss nur nachweisen, dass ihm derartige Kosten entstanden sind. Gegen das Urteil hat das Finanzamt allerdings Revision beim Bundes­finanz­hof eingelegt (Az.: II R 3/20).

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Betroffene sollten Einspruch gegen Steuerbescheid einlegen

Sollte das Finanzamt eine Erbschaft­steuer berechnen, ohne die Kosten­pauschale zu berücksichtigen, können Betroffene dagegen Einspruch eingelegen. Dabei sollten sie sich auf das laufende Verfahren berufen, rät der Bund der Steuer­zahler. Ihr Steuerfall bleibt dann bis zur Entscheidung des Bundes­finanz­hofs offen.

Einzelnachweis für Kosten über Erbfallkostenpauschale erforderlich

Liegen die Ausgaben über 10.300 Euro, kann man diese steuer­mindernd angeben. „Dann ist ein Einzel­nachweis der Ausgaben erforderlich“, erläutert Isabel Klocke. Entsprechende Belege sollte man also aufbewahren.

Quelle: dpa/DAWR/ab

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