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Reiserecht und Schadensersatzrecht | 06.12.2017

Entschädigungsanspruch

Erholungswert beeinträchtigt: Rücktritt bei verkürzter Fernreise um zwei Tage möglich

Keine Auswirkung auf Ent­schädigungs­anspruch wegen vertaner Urlaubszeit nach Buchung einer Ersatzreise

(Landgericht Köln, Urteil vom 23.05.2017, Az. 11 S 117/16)

Wenn sich eine zehntägige Fernreise wegen einer Flugänderung um zwei Tage verkürzt, kann der Urlauber kostenlos vom Vertrag zurücktreten. Der Erholungswert der Reise sei in erheblichem Maße beeinträchtigt, urteilte das Landgericht Köln (Az.: 11 S 117/16). Auch eine Entschädigung wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit ist angemessen.

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Zwei Frauen hatten eine zehntägige Pauschalreise auf die Malediven gebucht. Rund drei Wochen vor der Reise wurde der Rückflug gestrichen, sodass die Klägerinnen zwei Tage früher hätten zurückfliegen müssen. Außerdem wurde auf dem Hinflug ein Zwischenstopp nötig. Die Frauen kündigten daraufhin den Reisevertrag. Zudem forderten sie eine Entschädigung in Höhe von 50 Prozent des Reisepreises, der insgesamt 6622 Euro betrug. Und sie buchten bei einem anderen Veranstalter eine Ersatzreise.

Entschädigung in Höhe von 30 % des Reisepreises angemessen

Der kostenlose Reiserücktritt war rechtens. Das Amtsgericht hatte den Frauen zudem jeweils 275 Euro als Entschädigung zugesprochen. Das Landgericht hielt jedoch 30 Prozent für angemessen, also jeweils 993,30 Euro - nicht aber 50 Prozent. Denn die Frauen hätten immer noch acht Tage der Reise durchführen können. Dass die Klägerinnen eine Ersatzreise gebucht hatten, steht dem Entschädigungsanspruch nicht entgegen.

Quelle: dpa/DAWR/ab

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