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Schadensersatzrecht und Verkehrsrecht | 09.12.2022

Nutzungs­ausfall­entschädigung

Ersatzteil-Engpass: Ent­schädigung bei langem Nutzungs­ausfall

Verzögerungen gehen grund­sätzlich zu Lasten des Schädigers

(Oberlandesgericht Düsseldorf, Urteil vom 09.03.2021, Az. 1 U 77/20)

Kommt das Auto nach einem unverschuldeten Unfall in die Werkstatt, kann für diese Zeit eine Ent­schädigung für den Nutzungs­ausfall fällig werden. Und was ist, wenn sich die Reparatur hinzieht?

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Jemand fährt einem ins Auto, das muss zur Reparatur in die Werkstatt: Solange kann man es nicht fahren und für den Zeitraum kann man Anspruch auf eine Ent­schädigung für den sogenannten Nutzungs­ausfall haben. Das gilt auch, wenn die Reparatur länger dauert: Etwaige Verzögerungen bei der Ersatz­teil­beschaffung dürfen nicht zu Lasten des Geschädigten gehen. Auch ein ersatzweise zur Verfügung stehendes Auto aus dem Familien­kreis ändert nichts an dem Anspruch. Das zeigt ein Urteil des Ober­landes­gerichts Düsseldorf (Az.: I-1 U 77/20).

Verzögerte Reparatur durch Lieferengpass

Nach einem Unfall kam das Auto zur Reparatur in eine Werkstatt. Allerdings verzögerten Liefer­schwierigkeiten bei einem Airbag-Modul die Arbeiten stark. Die Versicherung des Unfall­verursachers wollte nur 31 Tage Ent­schädigung für den Nutzungs­ausfall zahlen. Dabei argumentierte sie auch, dass der Geschädigte das Auto seines Sohnes nutzen konnte. Der Mann wollte aber für die gesamten 104 Tage entschädigt werden, in denen das Auto in der Werkstatt war - und zog vor Gericht. Mit Erfolg. Das Gericht sprach ihm die volle Ent­schädigung zu.

Anspruch auf Nutzungsausfallentschädigung für die gesamte Reparaturdauer

Die Begründung: Tauchen Verzögerungen auf, können diese nicht zum Nachteil des Geschädigten gehen. Ebenfalls besteht für diesen keine Pflicht, selbst bei anderen Werk­stätten oder beim Auto­hersteller nach der Verfügb­arkeit der Ersatzteile zu forschen. Er darf sich demnach darauf verlassen, dass die Werkstatt die Teile zeitnah beschafft. Mit einer Teil­reparatur müsse sich der Mann auch nicht zufrieden geben. Unerheblich ist, dass er das Auto eines Familien­mitgliedes hätte nutzen können. Das wertete das Gericht als freiwillige Leistung eines Dritten, die den Schädiger nicht entlaste.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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