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EU-Recht, Internetrecht und Vertragsrecht | 10.05.2022

Widerrufs­recht

EuGH betont eingeschränktes Widerrufs­recht bei Kauf von Konzert­ticket

Kein Widerrufs­recht bei Konzert­ticket­verkauf durch Vermittler

(Europäische Gerichtshof, Urteil vom 31.03.2022, Az. C-96/2)

Gutschein statt Geld - damit will sich ein Käufer von Tickets für ein Konzert von Peter Maffay nicht zufriedengeben. Er beruft sich auf sein Widerrufs­recht. Doch das höchste europäische Gericht wider­spricht.

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Wer Tickets für Kultur- oder Sport­veranstaltungen erwirbt, muss nach einem Urteil des Europäischen Gerichts­hofs damit rechnen, dass er den Kaufvertrag nicht widerrufen kann. Die Richter des höchsten EU-Gerichts wiesen am Donnerstag auf Ausnahmen einer EU-Richtlinie hin, mit der Veranstalter etwa von Konzerten davor geschützt werden sollen, dass sie die ver­fügbaren Plätze beim Widerruf nicht mehr los werden. Diese Ausnahme vom Widerrufs­recht treffe auch dann zu, wenn die Tickets Vermittler gekauft worden seien (Rechtssache C-96/21).

EuGH-Urteil ändert nichts

Entscheidend ist demnach, dass das wirtschaftliche Risiko auch dann beim Veranstalter liegt, wenn ein Ticket-Vermittler zwischen­geschaltet ist. „Ich kann mir keine Konstellation vorstellen, in der das nicht so ist“, sagte Iwona Husemann von der Verbraucher­zentrale Nordrhein-Westfalen mit Blick auf diese Bedingung. Es sei schließlich der Veranstalter, der in der Regel den Saal buche, den Künstler engagiere und am Ende auch den Löwena­nteil der Einnahmen kassiere. Folglich ändere sich durch das EuGH-Urteil nichts an der bisherigen Lage.

Gutschein statt Geld zurück

Hintergrund ist ein Rechts­streit zwischen einem Deutschen und dem Ticket­vermittler CTS Eventim. Der Verbraucher hatte im November 2019 Tickets für ein Konzert von Peter Maffay & Band in Braunschweig bestellt. Weil das Konzert wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde, erhielt er einen Gutschein über den Kaufpreis. Er forderte stattdessen jedoch die Rück­zahlung des Geldes und der zusätzlichen Kosten von CTS Eventim.

Ausnahme vom Widerrufsrecht bei Online-Ticketerwerb auch über einen Vermittler ?

Das Amtsgericht Bremen wandte sich deshalb mit der Frage an den EuGH, ob die Ausnahmen für das EU-Recht auf Widerruf auch in einem solchen Fall gelten, in dem ein Vermittler und nicht der Veranstalter die Tickets verkauft hat. Demnach ist ein Widerruf unter anderem dann ausgeschlossen, wenn eine Dienst­leistung in Zusammenhang mit Frei­zeit­betätigungen erbracht wird und dafür ein bestimmter Termin vorgesehen ist.

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Ausnahme von Widerrufsrecht soll Veranstalter schützen

Mit dieser Regeln soll das Risiko für Veranstalter beispiels­weise von Kultur- und Sportevents reduziert werden. Normalerweise haben Verbraucher in der EU ohne Angaben von Gründen ein zwei­wöchiges Widerrufs­recht, wenn sie Dinge online oder telefonisch gekauft haben. Werden sie nicht ordnungs­gemäß über ihr Widerrufs­recht informiert, kann sich diese Frist verlängern.

Über den konkreten Rechts­streit muss nun das Amtsgericht Bremen entscheiden.

Quelle: dpa/DAWR/ab

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