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Steuerrecht | 24.06.2020

Entfernungs­pauschale

FG Thüringen: Taxifahrten zur Arbeit können steuerlich absetzbar sein

Taxi ist aus Sicht des Steuer­rechts ein öffentliches Verkehrs­mittel

(Finanzgericht Thüringen, Urteil vom 22.10.2019, Az. 3 K 490/19)

Ein Taxi ist aus Sicht des Steuer­rechts ebenso ein öffentliches Verkehrs­mittel wie Bus und Bahn. Daher können die Kosten für Taxifahrten zur Arbeit sich auch steuerlich auswirken.

Arbeit­nehmer, sollten die Kosten für den Weg zur Arbeit in ihrer Einkommen­steuer­erklärung angeben. Grund­sätzlich gilt dafür die sogenannte Pendler­pauschale. Das heißt: 0,30 Euro je Entfernungs­kilometer - also für den einfachen Fahrtweg - sind absetzbar. Darüber sind Kosten nur absetzbar, wenn tatsächlich höhere Ausgaben mit dem eigenen Pkw oder mit einem öffentlichen Verkehrs­mittel entstanden sind.

Taxi gilt als öffentliches Verkehrsmittel

„Dabei gilt das Taxi ebenso wie Bus und Bahn als öffentliches Verkehrs­mittel“, erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuer­zahler mit Blick auf ein Urteil des Finanz­gerichts Thüringen (Az. 3 K 490/19). „Insbesondere wenn der Arbeit­nehmer sehr flexibel sein muss und daher die Nutzung von Bus und Bahn zu seinen Arbeits­zeiten nicht möglich ist“. Der Vorteil: Es können dann die tatsächlich entstandenen Taxikosten bei der Steuer abgesetzt werden und nicht nur die Pendler­pauschale.

Arbeitnehmer nutze Taxi häufig

In dem Fall stritt ein Angestellter um die Anerkennung der Taxikosten bei seiner Einkommen­steuer­erklärung. Seine Arbeit erforderte ein hohes Maß an zeitlicher Flexibilität. Da die öffentliche Verkehrs­anbindung langwierig und unflexibel war, nahm der Kläger regelmäßig ein Taxi zur Arbeit. Hierzu vereinbarte er mit dem Taxi­unternehmer Sonder­konditionen. Es fielen Kosten in Höhe von 6402 Euro an.

Finanzamt lehnte Werbekostenabzug ab

Das Finanzamt versagte dem Kläger jedoch den Werbungs­kosten­abzug und setzte lediglich die Entfernungs­pauschale an. Die Finanz­beamten vertraten die Auffassung, dass nur öffentliche, regelmäßig verkehrende Verkehrs­mittel über die Entfernungs­pauschale hinaus steuerlich geltend gemacht dürfen.

FG bejahrt Abzugsfähigkeit der Taxifahrten

Das sah das Finanz­gericht Thüringen anders und gab der Klage des Arbeit­nehmers statt. Die Richter verwiesen auf den Regelungs­zweck, nämlich die Nutzung des öffentlichen Personen­verkehrs aus ökologischen Gesichts­punkten zu fördern. Taxifahrten minimieren zwar nicht im gleichen Ausmaß wie Bus und Bahn Straßen­auslastung, aber entlasten die Städte immerhin vom ruhenden Verkehr.

Bundesfinanzhof hat das letzte Wort

Das Urteil ist allerdings noch nicht rechts­kräftig, denn das Finanzamt hat beim Bundes­finanz­hof (BFH) Revision eingelegt (Az.: VI R 26/20). Betroffene Arbeit­nehmer können sich dennoch auf das laufende Gerichts­verfahren berufen. Erkennt das Finanzamt die Kosten für die Taxifahrten zur Arbeit nicht an, sollte Einspruch gegen den Steuer­bescheid eingelegt und das Ruhen des Verfahrens beantragt werden.

Wichtig: BFH-Aktenzeichen immer angeben

Im Einspruch sollte unbedingt das BFH-Akten­zeichen genannt werden. Somit bleibt der eigene Steuerfall bis zum Urteil des Bundes­finanz­hofs offen. „Kosten, die über die Entfernungs­pauschale hinausgehen, müssen aber immer nachgewiesen werden. Belege sollten also gut aufbewahrt werden“, rät Isabel Klocke vom Bund der Steuer­zahler abschließend.

Quelle: dpa/DAWR/ab

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