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Steuerrecht | 20.10.2021

Betriebs­veranstaltung

Firmenfeier-Kosten steuerlich aufteilen: Absagen zählen nicht mit

Anzahl der anwesenden Personen bei Betriebs­veranstaltungen maßgeblich!

(Bundesfinanzhof, Urteil vom 29.04.2021, Az. VI R 31/18)

Die Kosten einer Firmenfeier sind für lohn­steuerliche Zwecke auf die Teilnehmenden aufzuteilen. Beschäftigte, die absagen, müssen dabei heraus­gerechnet werden. Das kann zulasten der Belegschaft gehen.

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Für Firmen­feiern steht Arbeit­nehmerinnen und Arbeit­nehmern ein steuerlicher Freibetrag zu. „Sofern die Ausgaben des Arbeit­gebers für die Feier den Freibetrag von 110 Euro pro Arbeit­nehmer nicht übersteigen, müssen die Mitarbeiter nichts versteuern“, erklärt Julia Jirmann vom Bund der Steuer­zahler.

BFH zur Bewertung von Arbeitslohn anlässlich von Betriebsveranstaltungen

Auf den Kosten­anteil pro Person, der die 110-Euro-Grenze übersteigt, hingegen verlangt das Finanzamt gegebenenfalls Steuern und Sozial­abgaben. Wie genau dabei abgerechnet werden muss, hat jetzt der Bundes­finanz­hof (BFH) geklärt (Az.: VI R 31/18). Sein Urteil: Die Gesamt­kosten der Feier dürfen nur unter jenen Mit­arbeiterinnen und Mitarbeitern aufgeteilt werden, die tatsächlich teilnehmen. Absagen von Kolleginnen und Kollegen können also steuerliche Folgen haben für alle diejenigen, die bei der Feier dabei waren.

Kochkurs mit Absagen

Im konkreten Fall hatte eine Firma einen Kochkurs als Weihnachts­feier geplant. Statt der angemeldeten 27 Beschäftigten nahmen jedoch nur 25 teil. Das Finanzamt legte die Kosten anschließend auf diese 25 Personen um, denen dadurch auch der Kosten­anteil der nicht mit­feiernden Kolleginnen und Kollegen zugerechnet wurde.

BFH: Nicht anwesenden Arbeitnehmer müssen bei Kostenaufteilung herausgerechnet werden

Das Finanz­gericht stellte sich zwar zunächst auf die Seite der Belegschaft und kippte die Berechnung des Finanzamtes. Allerdings hat der Bundes­finanz­hof nun entschieden, dass die nicht er­schienenen Kolleginnen und Kollegen bei der Kosten­aufteilung heraus­gerechnet werden müssen. Dies kann zu Lasten der teilnehmenden Beschäftigten gehen, wenn deren 110-Euro-Freibetrag dadurch überschritten wird.

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Bei Planung auf Absagen einstellen

Betriebs- und Firmen­feiern sollten also gut geplant und Absagen möglichst rechtzeitig einkalkuliert werden. „Dabei steht der Freibetrag pro Jahr für je zwei Betriebs­veranstaltungen zur Verfügung“, erklärt Jirmann.

Auch Begleitpersonen müssen mit einbezogen werden

Wenn Beschäftigte ihre Ehepartner oder weitere Familien­angehörige mitbringen, müssen auch diese in die 110-Euro-Grenze einbezogen werden. „Werden Firmen­feiern - etwa in Corona Zeiten - virtuell durch­geführt, gilt auch hier der Freibetrag“, sagt Jirmann.

Quelle: dpa/DAWR/ab

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