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EU-Recht und Reiserecht | 21.11.2017

Entschädigung

Fluggast­entschädigung bei Verspätung des Zubringers: Ausschlaggebend ist Mindest­umsteige­zeit

Kein Recht auf Entschädigung bei schuldhaft verspäteten Erreichens des Anschluss­fluges

(Amtsgericht Hannover, Urteil vom 14.03.2017, Az. 523 C 12833/16)

Auf vielen Flughäfen nehmen die Wege zwischen den Terminals einige Zeit in Anspruch. Verspätet sich ein Zubringer, bleibt dem Passagier nach der Landung manchmal zu wenig Zeit, um noch den Anschluss­flug zu erwischen. Steht ihm dann eine Entschädigung zu?

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Zahlung einer Entschädigung hängt von der Mindestumsteigezeit ab

Das ist der sogenannten Minimum Connecting Time (MCT), die auf jedem Flughafen unterschiedlich ist. Dabei handelt es sich um die Mindestzeit, die für ein Umsteigen nötig ist. Angaben dazu finden Reisende über die Fluggesellschaft oder den Flughafen.

Airline muss bei Unterschreitung der Mindestumsteigezeit Entschädigung zahlen

Wird diese Zeit durch die Verspätung des Zubringers unter­schritten, muss die Airline eine Entschädigung zahlen, entschied das Amtsgericht Hannover (Amtsgericht Hannover, Urteil vom 14.03.2017, Az. 523 C 12833/16). Das gilt, sofern die Fluggesellschaft nicht darlegen kann, wie der Fluggast seinen Anschluss doch noch hätte erreichen können. Wird die Mindestzeit nicht unter­schritten, ist davon auszugehen, dass der Fluggast das Verpassen des Fliegers selbst verschuldet hat - zum Beispiel weil er beim Wechsel des Fliegers gebummelt hat.

Klägerin forderte Ausgleichzahlung wegen Verspätung des Zubringers

In dem verhandelten Fall ging es um einen Flug von Hannover über Frankfurt/Main nach Los Angeles. Die Klägerin forderte von der Fluggesellschaft eine Ausgleichs­zahlung, weil sie den Weiterflug in die USA wegen Verspätung des Zubringers verpasste. Die Frau erreichte ihr Endziel mit mehr als drei Stunden Verspätung. Weil die Mindestzeit zum Umsteigen unter­schritten wurde, sprach das Gericht der Frau die Entschädigung zu.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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