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Reiserecht und Schadensersatzrecht | 16.01.2018

Reisemangel

Flugzeit­änderung um mehr als fünf Stunden für Reisende mit Kind unzumutbar

Reise­veranstalter zur Übernahme der Kosten für Ersatzflug verurteilt

(Landgericht Hannover, Urteil vom 17.12.2017, Az. 8 S 46/16)

Die Verschiebung eines Pauschal­reise­fluges um mehr als fünf Stunden kann unzumutbar sein, wenn eine Passagierin mit einem Kleinkind reist. Dann liegt ein Reisemangel vor. Die Frau kann einen Ersatzflug buchen und die Kosten dem Reise­veranstalter in Rechnung stellen. Das entschied das Landgericht Hannover und wies die Berufung eines Ver­anstalters zurück (Az.: 8 S 46/16).

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In dem verhandelten Fall hatte eine Familie mit einem 21 Monate alten Kind eine Pauschal­reise nach Mallorca im Wert von insgesamt 3.166 Euro gebucht. Der Reise­veranstalter verlegte den Rückflug von 13.40 Uhr auf 19.25 Uhr in Abend. Die Frau hatte jedoch bewusst einen Flug zur Mittagszeit gebucht, um den Schlaf­rhythmus des Kindes nicht zu stören. Sie verlangte vom Veranstalter eine Umbuchung auf passende alternative Flüge. Dies war nicht möglich.

Reiseveranstalter lehnt Kostenübernahme für selbstgebuchten Ersatzflug ab

So buchte die Klägerin auf eigene Kosten eigene Flüge und stellte die Kosten dem Veranstalter in Rechnung. Dieser verweigerte die Zahlung mit der Begründung, die Verschiebung der Flugzeit sei kein Reisemangel, sondern lediglich eine Unannehm­lichkeit.

Flugzeitänderung von mehr als vier Stunden stellt Reisemangel dar

Das Gericht sah das anders. Zum einen habe die Verlegung die Zeit von vier Stunden überschritten, die üblicherweise von Passagieren hinzunehmen seien. Zum anderen hatte die Frau wegen des Kindes bewusst Flüge am Mittag gebucht. Somit sei die Verlegung nicht zumutbar gewesen. Die Frau bekam die Kosten für den Ersatzflug in Höhe von 613,13 Euro plus Taxikosten zurück.

Quelle: dpa/DAWR/ab

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