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Arbeitsrecht | 14.02.2017

Arbeits­zeugnis

Formulierungen im Arbeits­zeugnis: Ironie hat im Arbeits­zeugnis nichts zu suchen

Ein Zeugnis muss laut Gewerbe­ordnung klar und verständlich formuliert sein
(Landesarbeitsgericht Hamm, Urteil vom 14.11.2016, Az. 12 Ta 475/16)

Ein Arbeit­nehmer schlägt seinem Chef einen Text für ein Abschluss­zeugnis vor. Der setzt bei allen positiven Formulierungen noch eins drauf. Aus einer „sehr guten Auffassungs­gabe“ wird eine „extrem gute Auffassungs­gabe“. Ist das zulässig?

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Mitarbeiter müssen Ironie im Arbeits­zeugnis nicht hinnehmen. So eine Entscheidung des Landes­arbeits­gerichts Hamm (Az.: 12 Ta 475/16). Eine Formulierung wie „Wenn es eine bessere Note als „sehr gut“ geben würde, würden wir ihn damit beurteilen“ ist unzulässig. Das gilt insbesondere dann, wenn eine Formel des Bedauerns zum Ausscheiden des Mitarbeiters fehlt. Denn das wirkt im Zusammen­spiel so, als sei das Zeugnis nicht ernst gemeint.

Abweichung vom Zeugnis­entwurf

In dem verhandelten Fall stritten Arbeitgeber und -nehmer über ein Zeugnis. Grund­sätzlich ist es zwar die Sache des Arbeit­gebers, einen Zeugnistext zu formulieren. Hier hatten sich die Parteien in einem Vergleich aber darauf geeinigt, dass der Arbeit­nehmer ein Vorschlags­recht hat. Der Arbeitgeber hatte daraufhin viele Formulierungen des Mitarbeiters positiv gesteigert. Aus „stets sicher“ wurde „zu jeder Zeit sicher“, aus „seiner sehr guten Auffassungs­gabe“ wurde „seiner extrem guten Auffassungs­gabe“. Eine Formel des Bedauerns, dass der Mitarbeiter die Firma verlässt, fehlte jedoch.

Spöttischer Gesamt­eindruck zieht Zeugnistext ins Lächerliche

Der Mitarbeiter wehrte sich dagegen - und bekam Recht. Der Arbeitgeber habe in seinem Zeugnis Formulierungen verwendet, die einen spöttischen Gesamt­eindruck hinter­lassen. Aufgrund der vielen gesteigerten positiven Formulierungen entstehe der Eindruck, dass die Aussagen nicht ernst gemeint sind. Die Steigerungen zögen den Text ins Lächerliche.

Zeugnis muss klar und verständlich formuliert sein

Nach Paragraf 109 Gewerbe­ordnung haben Arbeit­nehmer einen Anspruch auf ein Arbeits­zeugnis, wenn sie ihre Tätigkeit beenden. Das Zeugnis muss laut Gewerbe­ordnung klar und verständlich formuliert sein. Es darf keine Merkmale oder Formulierungen enthalten, die den Zweck haben, eine andere als aus der äußeren Form oder aus dem Wortlaut ersichtliche Aussage über den Arbeit­nehmer zu treffen.

Siehe:

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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