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Arzthaftungsrecht, Geburtsschadensrecht und Schmerzensgeldrecht | 04.09.2017

Behandlungs­fehler

Geburtsschaden - schwerer Geburts­fehler: Klinik muss über eine halbe Million Euro zahlen

Schwer­behinderte Acht­jährige bekommt insgesamt 550.000 Euro plus Zinsen

Wegen schwerer Behandlungs­fehler bei einer Frühgeburt müssen das Ortenau Klinikum in Offenburg und ein Arzt mehr als eine halbe Million Euro Schmerzens­geld zahlen. Eine heute Schwer­behinderte Acht­jährige bekommt insgesamt 550.000 Euro plus Zinsen, sagte ein Sprecher des Land­gerichts Offenburg nach einem Urteil. Bei der Frühgeburt des Kindes im Jahr 2008 war es zu Komplikationen gekommen. Das Mädchen erlitt Hirn­blutungen, die unter anderem Bewegungs­störungen, Blindheit und Epilepsie auslösten(Az.: 3 O 386/14).

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Ob die Klinik gegen das Urteil vorgeht, war zunächst offen. Der Verteidiger kündigte an, es zunächst prüfen zu wollen. Ihm zufolge würde ein Versicherer die Summe zahlen.

Klinik muss auch für Zukunftsschäden haften

Die Beklagten - die Klinik und ein damals zuständiger Arzt - hätten nicht beweisen können, dass es ohne ihre Fehler auch zu Hirn­blutungen gekommen wäre, befand das Gericht. Sie müssen auch für Zukunfts­schäden des Mädchens haften. Das Kind sitzt im Rollstuhl und kann weder sprechen noch sehen.

Auch ein materieller Schaden­ersatz steht dem Mädchen nach Ansicht des Gerichts zu. Die geforderte Summe von 65.000 Euro müsse aber noch geklärt werden. Die Klage gegen eine weitere Ärztin wurde aus Mangel an Beweisen abgewiesen.

Klinik lehnte Vergleich im Vorfeld ab

Das Gericht hatte beiden Seiten zuvor einen Vergleich in Höhe von 615.000 Euro Schmerzens­geld an die Familie vorgeschlagen. Einem Justiz­sprecher zufolge war in dieser Summe bereits der materielle Schaden­ersatz eingerechnet. Die Klinik lehnte das jedoch ab.

Siehe auch:

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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