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Familienrecht | 24.09.2018

Sorgerechtsentzug

Gefährdung des Kindeswohls: Missbrauchsverdacht gegen Partner rechtfertigt Sorgerechtsentzug

Entzug der elterlichen Sorge für Neugeborenes bei Verdacht auf Kinderpornographie zulässig

(Oberlandesgericht Frankfurt am Main, Beschluss vom 26.03.2018, Az. 1 UF 4/18)

Beim Verdacht auf Missbrauch und das Anfertigen kinderpornografischer Fotos kann einer Mutter das Sorgerecht für ein Kind entzogen werden. Das gilt auch, wenn der Lebensgefährte der Mutter betroffen ist. Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main hervor (Oberlandesgericht Frankfurt am Main, Beschluss vom 26.03.2018, Az. 1 UF 4/18).

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Lebensgefährte der Mutter unter Missbrauchsverdacht

Im verhandelten Fall wurde der Mutter eines neugeborenen Mädchens direkt nach der Geburt vorläufig das Sorgerecht entzogen, weil ihr Lebensgefährte - der Vater des Kindes - im Verdacht stand, kinderpornografische Fotos der beiden älteren Töchter des Paares angefertigt und die Mädchen missbraucht zu haben. Das neugeborene Mädchen wurde vom Jugendamt in einer Pflegefamilie untergebracht. Die Mutter reichte Beschwerde ein, hatte aber auch vor dem Oberlandesgericht keinen Erfolg damit.

Gefährdung des Kindeswohls rechtfertigt Entzug des Sorgerechts

Das Gericht begründete die Entscheidung mit einer Gefährdung des Kindeswohls. Es bestehe die erhebliche und nachhaltige Gefahr, dass auch das jüngste Kind der Familie vom Vater zur Befriedigung eigener und fremder sexueller und kinderpornografischer Interessen missbraucht werden könnte. Die Mutter habe zwar beteuert, dass sie das Kind schützen wolle, die Lage aber zugleich in nicht nachvollziehbarer Weise bagatellisiert. Daher entschied das Gericht, dass es beim Entzug des Sorgerechts und der vorübergehenden Unterbringung des Mädchens in einer Bereitschaftspflegefamilie bleibt.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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