wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollstndig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
Bitte benutzen Sie zum Drucken dieser Seite die Druckfunktion Ihres Browsers!
Suche
Anwalt gesucht?
Anwalt gefunden!
Sie haben ein rechtliches Problem? Eine individuelle Rechtsfrage? Streit mit dem Nachbarn, Chef oder Ämtern?Gehen Sie auf Nummer sicher und holen Sie sich den fachkundigen Rat eines Rechtsanwalts.Hier im Deutschen Anwaltsregister finden Sie immer den passenden Rechtsanwalt in Ihrer Nähe.Nutzen Síe Ihr Recht!

Arbeitsrecht | 22.05.2023

Krank­schreibung nach Kündigung

Gibt es Lohn­fort­zahlung im Krankheits­fall nach Kündigung?

Lohn­fort­zahlung auch bei AU für gesamte Kündigungs­frist

(Landesarbeitsgericht Niedersachsen, Urteil vom 08.03.2023, Az. 8 Sa 859/22)

Melden sich Arbeit­nehmer rund um eine Kündigung krank, kommt womöglich der Verdacht auf, die Arbeits­unfähigkeit sei nur vor­getäuscht. Doch nicht immer können Arbeitgeber die Lohn­fort­zahlung beenden.

Arbeitgeber können eine Lohn­fort­zahlung nicht allein aus dem Grund verweigern, dass die Krank­schreibung eines gekündigten Mitarbeiters genau bis zum Ende des Arbeits­verhältnisses dauert. Das geht aus einer Ent­scheidung des Landes­arbeits­gerichts Nieder­sachsen hervor (Az.: 8 Sa 859/22).

Arbeitgeber zweifelt Arbeitsunfähigkeit an

Im konkreten Fall, über den das Fachportal Haufe.de berichtet, meldete sich ein Mitarbeiter einer Zeit­arbeits­firma, der zuletzt nicht eingesetzt worden war, zunächst für vier Tage mit einer Arbeits­unfähigkeits­bescheinigung (AU) krank. Einen Tag später ging ihm die Kündigung zum Monatsende zu. In der Folge legte der Arbeit­nehmer zwei weitere Arbeits­unfähigkeitsb­escheinigungen vor, die ihn exakt bis zum Ende des Arbeits­verhältnisses als krank­geschrieben auswiesen.

Klage auf Entgeltfortzahlung

Der Arbeitgeber verweigerte daraufhin die Entgelt­fortzahlung. Er hatte Zweifel, dass der Mitarbeiter tatsächlich arbeits­unfähig erkrankt war. Der Arbeit­nehmer verlangte schließlich vor Gericht die Lohn­fort­zahlung - mit Erfolg.

Reihenfolge der Ereignisse für Lohnfortzahlung wichtig

Das LAG Nieder­sachsen urteilte in zweiter Instanz (Vorinstanz: Arbeits­gericht Hildesheim, Az: 2 Ca 190/22), dass der Arbeitgeber den ausstehenden Lohn zahlen muss. Zwar könne nach den Grund­sätzen des Bundes­arbeits­gericht (BAG) der Beweiswert einer Krank­schreibung erschüttert sein, wenn ein Arbeit­nehmer unmittelbar nach der Kündigung arbeits­unfähig krank­geschrieben wird - und die voraus­sichtliche Dauer der Krank­schreibung passgenau die Zeit bis zum Ende des Arbeits­verhältnisses abdeckt. Die zeitliche Abfolge sei im vorliegenden Fall jedoch eine andere gewesen: Zuerst habe sich der Arbeit­nehmer krank­gemeldet, erst dann habe der Arbeitgeber gekündigt.

Beweiswert der AU-Bescheinigung nicht erschüttert

Der Kläger kann folglich nicht erst durch den Erhalt einer arbeitgeber­seitigen Kündigung dazu motiviert worden sein, einen Arzt aufzusuchen, um die Ausstellung einer AU zu erreichen. Auch der Umstand, dass der Kläger just einen Tag nach dem Ende des Arbeits­verhältnisses wieder arbeits­fähig war und bei einem neuen Arbeitgeber zu arbeiten begonnen hat, reicht aus Sicht der mit dem Fall befassten Kammer „(noch) nicht“ aus, um den Beweiswert der Arbeits­unfähigkeit zu erschüttern. Das LAG hat die Revision an das BAG zugelassen. Das Urteil ist daher noch nicht rechts­kräftig.

Quelle: dpa/DAWR/ab

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 2.8 (max. 5)  -  6 Abstimmungsergebnisse Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0





       Sie sind Anwalt?! Werden Sie ein Teil vom Deutschen Anwaltsregister (DAWR) und stellen Sie sich und Ihre Kanzlei ausführlich vor!Profitieren Sie von der großen Reichweite des DAWR und seiner Partnerportale.Klicken Sie hier und nutzen Sie jetzt Ihre Gelegenheit
auf mehr Mandate aus dem Internet!

#10327