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Erbrecht | 06.01.2016

Eigenhändiges Testament

Handschriftenvergleich um Testamentsfälschung auszuschließen: Wie die Echtheit eines handschriftlichen Testaments nachgewiesen werden kann

Echtheit des Testamentes muss umfassend geprüft werden

(Oberlandesgericht Karlsruhe, Beschluss vom 10.6.2015, Az. 11 Wx 33/15)

Wird ein Testament handschriftlich verfasst, kann dies zu Streit führen. Denn die Erben können das Dokument unter Umständen anzweifeln. Über die Frage, wie die Echtheit des Dokuments genau nachzuweisen ist, entschied das Oberlandesgericht Karlsruhe in einem Beschluss (Az.: 11 Wx 33/15).

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Erblasserin hat notarielles Testament kurz vor ihrem Tod widerrufen und ein zweites handschriftliches Testament angefertigt

Im konkreten Fall errichtete eine Erblasserin 2010 ein notarielles Testament. Hierin setzte sie ihre einzige Tochter zu zwei Dritteln sowie zwei Enkel zu jeweils einem Sechstel ein. Nach ihrem Tod legte das Nachlassgericht ein weiteres handschriftliches Testament vor. Demnach hatte die Erblasserin das notarielle Testament kurz vor ihrem Tod widerrufen und nur die Tochter und eine Enkelin als Erben eingetragen. Die Angehörigen bezweifelten, dass das handschriftliche Testament von der Erblasserin stammt. Die dortige Unterschrift unterscheide sich erheblich von der auf der Vorsorgevollmacht.

Nachlassgericht muss Echtheit des Testaments prüfen

Die Richter des Oberlandesgerichtes Karlsruhe entschieden: In einem solchen Fall muss das Nachlassgericht die Echtheit der Proben umfassend prüfen. Dafür muss es etwa die Beteiligten des Verfahrens befragen, ob sie Genaueres zum Entstehen des Testaments wissen. Zusätzlich werde meist ein Sachverständiger beauftragt. Ihm muss das Vergleichsmaterial im Original - nicht als Kopie - vorliegen, damit er die Echtheit des Dokuments überprüfen kann. Dabei muss sicher sein, dass die Schriftprobe tatsächlich von der Erblasserin stammt.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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