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Medienrecht | 19.05.2022

Bericht­erstattung

Kardinal Woelki erzielt Teilerfolg gegen „Bild“-Berichte

Erfolg und Niederlage für Woelki in Verfahren gegen „Bild“

(Landgericht Köln, Urteil vom 18.05.2022, Az. 28 O 276/21 und 28 O 279/21)

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki ist mit einer Klage gegen den Medien­konzern Axel Springer vor Gericht erfolgreich gewesen - mit einer zweiten scheiterte er.

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Das teilte eine Sprecherin des Land­gerichts Köln mit. Woelki war juristisch gegen bestimmte Berichte der „Bild“-Zeitung zum Umgang mit Missbrauchs­fällen im Kölner Erzbistum vorgegangen, weil er darin seine Persönlich­keitsrechte verletzt sah.

Bezeichnung als „Missbrauchs-Priester“ unzulässig

Unter anderem geht es um zwei Online-Berichte über einen Pfarrer, den Woelki zum stellvertretenden Düsseldorfer Stadt­dechanten befördert hatte. Der Priester hatte Jahre zuvor mit einem 16 oder 17 Jahre alten Prostituierten Sex gehabt. Die Presse­kammer untersagte laut Urteil unter anderem die Bezeichnung „Missbrauchs-Priester“, weil der Priester keine nach dem Straf­gesetzbuch strafbare Tat begangen habe.

Woelki äußerte sich nach einer Mitteilung des Erzbistums „froh“ über diese Ent­scheidung des Gerichts. „Durch diese Falsch­bericht­erstattung fühlte ich mich in meinen Persönlichkeits­rechten, die auch einem Kardinal zustehen, so sehr verletzt, dass ich einfach dagegen vorgehen musste.“

Zulässige Bewertung des Sachverhalts

In einem weiteren Fall dagegen wies die Kammer Woelkis Klage ab. Laut Urteil durfte „bild.de“ einen Artikel mit der Über­schrift „Wegen Woelki-Skandal - Treten alle deutschen Bischöfe zurück?“ veröffentlichen. So sei die Bezeichnung „Woelki-Skandal“ eine zulässige Bewertung des Sach­verhalts, dass in der katholischen Kirche - auch vom Papst - offen mitgeteilt worden sei, „dass Woelki in der Heran­gehensweise an die Frage der Aufarbeitung, vor allem auf der Ebene der Kommunikation, große Fehler gemacht“ habe, hieß es in der Mitteilung des Gerichts. Woelki will nach Angaben des Erzbistums in die nächste Instanz gehen.

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Weitere Urteile in den noch anhängig

Gegen die Urteile kann beim Oberlandes­gericht Köln Berufung eingelegt werden. Entscheidungen in drei weiteren Verfahren stehen noch aus.

Krise im Erzbistum Köln bereits seit 2020

Das Erzbistum Köln befindet sich in einer schweren Krise, seit Woelki 2020 entschieden hatte, ein Gutachten zum Umgang von Bistums­verantwortlichen mit Missbrauchs­vorwürfen nicht zu veröffentlichen. Nach einer Auszeit kehrte er im März ins Erzbistum zurück. Er hat dem Papst seinen Rücktritt angeboten, eine Ent­scheidung darüber steht noch aus.

Quelle: dpa/DAWR/ab

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