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Sozialrecht und Sozialversicherungsrecht | 19.04.2018

Arbeits­unfall

Kein Arbeits­unfall: Wirtshaus­besuch von Kur­patienten ist keine Therapie­maßnahme

Abendlicher Wirtshaus­besuch fällt nicht in den Schutz­bereich der gesetzlichen Unfall­versicherung

(Landessozialgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 23.03.2018, Az. L 8 U 3286/17)

Verunglücken Kur­patienten nach einem Wirtshaus­besuch auf dem Weg in ihre Reha-Einrichtung, können sie das nicht als Arbeits­unfall geltend machen.

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Mit dieser Entscheidung enttäuschte das Landes­sozial­gericht Baden-Württemberg eine 53 Jahre alte Klägerin, die auf dem Heimweg von einem geselligen Abend gestolpert war und sich einen Finger gebrochen hatte. Das falle nicht in den „Schutz­bereich der gesetzlichen Unfall­versicherung“, teilte das Landes­sozial­gericht mit (Az.: L 8 U 3286/17).

Abendlicher Wirtshausbesuch ist Privatsache

Das Gericht gab der Verwaltungs-Berufs­genossenschaft Recht, bei der die Frau eine Entschädigung durchsetzen wollte. „Ein abendlicher Gaststätten­besuch einer Gruppe von Rehabili­tanden außerhalb der Reha-Einrichtung ist dem privaten (Freizeit-) Bereich zuzuordnen, da nicht die Förderung des Kurerfolgs, sondern private Geselligkeit, Entspannung und das Genusser­leben durch Essen und Trinken im Vordergrund steht“, heißt es in der Mitteilung des Gerichts.

Wirtshausbesuch als Teil der Therapie

Die Frau war wegen einer psychischen Erkrankung im Herbst 2016 für drei Wochen zur Kur. Den Abend im Wirtshaus versuchte sie als Teil einer von Medizinern empfohlenen Therapie darzustellen.

Quelle: dpa/DAWR/ab

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